[300] S. Ärger.

[301] S. ankleiden.

[302] Dazu das Diminutiv Doberle = Beil. In den verw. Quellen m. Wiss. unbekannt u. desgl. wohl im älteren Rotwelsch (denn in der Sulzer Zigeunerliste v. 1787 [252] ist es nur als Zigeunerwort — für rotw. Hekerling — aufgeführt), dagegen findet es sich in einigen Sammlungen des 19. Jahrh. (wie Pfister 1812 [297], v. Grolman 17 u. T.-G. 84, Karmayer G.-D. 196). Zur Etymologie aus der Zigeunerspr. (vgl. „Einltg.“, [S. 29]) s. Näh. bei Liebich, S. 162, 180 u. 182 (tōwer = Axt, Beil); Miklosich, Beiträge III, S. 20 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 83 (unter „tover“: bei den deutsch. Zig.: tover; vgl. pers. u. hind. tabar, kurd. taver, armen. tapar, russ. topor usw.); Jühling, S. 89 (Dowär = Axt, Beil); Finck, S. 89 (tower = „Axt, Beil“).

[303] S. abbrühen.

[304] Betr. Fläderling s. Adler.

[305] Der Ausdruck jenisch ist hier, wie die nachfolgenden Bemerkungen Wittichs im Text zeigen, in dem Sinne von „zu den fahrenden Leuten gehörig“ oder „auf sie Bezug habend“ (vgl. „Vorbemerkung“, [S. 5] u. [Anm. 7]) genommen. Übereinstimmend damit die weiteren Verbindungen: jenischer Benk (Benges) od. Fi(e)sel = „fahrender Bursche“, jenische Moss u. Model = „fahrende Frau“ u. „fahrendes Mädchen“, jenische Ulma = „fahrende Leute“. Bemerkt sei hierzu noch, daß nach Jühling, S. 220 von den Zigeunern „alle herumziehenden Leute“, die „nicht Zigeuner“ sind, als Chalo-Jenische (zu Chalo = Fresser [ebds. S. 220]?) bezeichnet werden. Im übrigen vgl. betr. die Etymologie, die verschiedenen Bedeutungen u. die Belege für das Wort jenisch (im Rotw. usw.) die ausführl. Angaben in m. „Vorbemerkg.“, [S. 4], [Anm. 6] ff.

[306] Bestätigt ist dieser Ausdruck auch von Liebich, S. 156, 165 u. 180 u. Finck, S. 92 (rómeno tširklo), die jedoch beide keine Erklärung hinzugefügt haben. Näheres darüber soll sich nach einer Mitteilg. Wittichs in seinen (auch von Groß, Handb. für Untersuchungsrichter, S. 511, Amn. 2 a. E. angeführten) Aufsätzen im Jahrg. 1912, Heft 1 der „Mitteilungen über die Vogelwelt“ (S. 89, 212 ff.) finden, die ich leider nicht einsehen konnte.

[307] S. aufhören.

[308] Lehm (od. [seltener] Lechem) = Brot kommt auch noch in folgenden Zusammensetzgn. vor: a) im Anfang stehend: Lehmschottel = Brotbüchse, Lehmrande = Brotsack, Lehmschure = Brotschrank; b) ans Ende gesetzt: Dercherlehm = Bettelbrot, Schmunklehm = Butterbrot, Lanengerlehm od. -lechem (d. h. „Soldatenbrot“) = Kommißbrot (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.), Schoflelehm od. Schofellechem (Spr.) = Schwarzbrot, Dofelehm od. dofer Lehm (Spr.) = Weißbrot, Süßlinglehm = Zuckerbrot. Betr. die Vermutung, daß auch Boslem = Exkremente zu Lehm zu ziehen s. schon oben unter „After“. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 91 (Lechem od. Lehm = Brot, schofel —, gehechelter — (= schwarzes, weißes Brot); W.-B. des Konst. Hans 254 (Leham = Brot, Lehmschlupfer [sic] = Bäcker); Schöll 271 (Lehem = Brot); Pfulld. J.-W.-B. 337, 338 (Lächum = Brot, Lächumschupfer od. Lemer = Bäcker, Lächumrande = Brotsack); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67 (Lechum od. Lehm = Brot, Kafferlechum = Bauernbrot); Schwäb. Händlerspr. 479, 480 (Lêm [in Pfedelb. (209): Lehm] od. Lechem = Brot, Lêmschupfer = Bäcker, in Pfedelb. [208]: Kafferlehm = Bauernbrot). S. auch noch Pfälz. Händlerspr. 436, 437 (Lêchem od. Leachem = Brot, Finne Lêchum = Stück Brot) u. Metzer Jenisch 216 (Lēm). Zur Etymologie (vom gleichbed. hebr. lĕchĕm) s. Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 25, 26 (dort in den Anmerkgn. auch über die sonst. Belege im Rotw.); vgl. auch Weber-Günther, S. 157/58 (unter „Legem“) u. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1081 u. 1082 (unter „Lechem“ u. „Lehm“).

[309] Mit Hitzling = Ofen (am Anfang) sind noch folgende Zus. gebildet: Hitzlingschwä(t)zling = Ofenruß (s. d. betr. Schwetzling [wohl für Schwärzling] = Ruß), Hitzlingpflanzer od. -schenegler = Ofensetzer, Hitzlingbossert = Rauchfleisch. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 89, 91 (Hitzling = Ofen, Lechem- od. Lehmhitzling = Backofen); Schöll 271 (Hitzling = Ofen, aber auch = Sonne); Pfulld. J.-W.-B. 337, 343 (Hitzling = Ofen, Lächumschupferhitzling = Backhaus); Schwäb. Händlerspr. 487 (Hitzling). Zur Etymologie des Wortes (das im Rotw. schon 1687 — bei A. Hempel [167] — für „Stube“ vorkommt) vom deutsch. Subst. Hitze vgl. A.-L. 549, Günther, Rotwelsch, S. 60 u. Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1702.