[290] S. abwaschen.

[291] S. anfassen.

[292] Das Zeitw. schoren (z’schore [Spr.]) = stehlen (entwenden), (be)rauben), findet sich noch in d. Zus.: herausschoren = herausstehlen u. wegschoren = wegstehlen. Ableitungen: Schorer = Dieb, Räuber (vgl. dazu Schorerulma = Diebesbande) u. Schorerei = Diebstahl. Mit dem stammverw. Hauptw. Zschor = Dieb, Räuber, dagegen ist zusammenges. Zschor-Kitt = Diebesherberge. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 253, 255, 257, 260 (schornen = stehlen, T’schor od. Schorne = Dieb, T’schorr-Kitt = Diebesherberge, T’schor-Bais = Diebeswirtshaus, T’schor-Kaffer, -Gaya = Mann [bzw. Frau], der [die] gestohlene Sachen kauft); Schöll 268, 271-73 (dschornen = stehlen, Dschorn = Raub, Tschor = Dieb, „Jauner“); Pfulld. J.-W.-B. 337-39, 343, 345 (schornen = stehlen, ausplündern, Schornen = Diebstahl, Gschor = Dieb, Schelm, Spitzbube); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 75 (tschornen = stehlen); Schwäb. Händlerspr. 486 (schôren [in U. (214): tschōren] = stehlen). Zur Etymologie der (auch sonst im Rotwelsch [seit Anf. des 18. Jahrh.] bekannten) Vokabeln — aus der Zigeunersprache (vgl. Einltg., S. 30) — s. die Angaben in Groß’ Archiv, Bd. 48, S. 326, Anm. 1 u. dazu noch Jühling, S. 227 (Tschoraben = das Stehlen, Tschormasskäro = Dieb) u. Finck, S. 92 (tšōr = „Dieb, Räuber“, tšōr[d]- = „stehlen, rauben“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 432 (unter „Tschor[n]“ bzw. „tschor[n]e[n]“).

[293] S. (zu beiden Ausdr.) Abort.

[294] S. abgerahmte Milch.

[295] Das Zeitw. flös(s)le(n) od. flessle bedeutet (außer: „harnen“, „pissen“) auch noch „regnen“ (Spr.) u. dementsprechend das Subst. Flösle = a) Harn („Pisse“, Urin), b) Regen. Für die Bedeutg. unter a) auch: Flöslete. Mit dem Stamm (flössel-) des Zeitw. flöss(e)le(n) erscheinen gebildet die Zus. Flösselflu(h)te = a) Harn („Pisse“), Urin, b) Regenwasser, Flösselnolle = Nachthafen, Urintopf u. Flösselglansert = Uringlas, ferner noch Flösselreifling = Regenbogen u. Flösselschei = Regentag. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 101 (flöslen = „Wasser abschlagen“); Pfulld. J.-W.-B. 338 (flößeln = „brunzen“, Nebenbedtg.: beweinen, heulen); Schwäb. Händlerspr. 484, 485, 488 (flößlen = mingere, flößeln od. flößeren = regnen [aber flôßeren = weinen]; dazu in Pfedelb. [211] noch Flößl = „Kandel“, d. h. Dachrinne). Vgl. auch Pleißlen der Killertaler (nach Kapff [212]: flüssne[n] = mingere). Zur Etymologie von flös(s)len u. ä. (dessen Bedeutungen im sonstigen Rotwelsch sehr wechseln [vgl. z. B.: a) Basler Betrügnisse um 1450 (15: geflösselt = ertränkt) u. dann öfter im 16. u. 17. Jahrh.; b) Lib. Vagat. 53 (flößlen = „seichen“) u. dann öfter (s. oben; vgl. auch noch Pfister 1812 [298: Flössel = Urin]); c) D. Schwenter um 1620 (140: flösseln = sieden; vgl. Flos = Suppe); d) A. Hempel 1687 (168: flösseln = weinen); e) Schintermicherl 1807 (289: flösseln = regnen; vgl. Flos = Wasser)]) s. A.-L. 541 (unter „Floß“) u. Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1585/86 (unter „flössere[n]“ u. „flössle[n]“). An erster Stelle dürfte wohl als Quelle dafür zu betrachten sein das mundartl. Floß für „kleines fließendes Wasser“ (vgl. auch mhd. vlôz = „Fluß, Strömung“ u. a. m. [s. Weigand, W.-B. I, Sp. 558 u. 559 unter „Floß“ 1 u. 2]), weiterhin überhaupt das gemein-deutsche Fluß bzw. fließen usw. Vgl. auch das stammverwandte (rotw. u.) jenische Flößling = Fisch, worüber d. Näh. noch weiter unten, sowie das alte rotw. Floßart (Flossert) u. ä. = Wasser (vgl. Näh. bei Weber-Günther, S. 186).

[296] S. Amme.

[297] Zu glemse(n) (-sa) = weinen (beweinen), heulen, jammern, schreien (als Subst. Glemsen = Tränen, Ableitung: Glemserei = Heulerei) vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93, 101 (klemsen = heulen, weinen); Schwäb. Händlerspr. (U. [214]: glimse[n] = weinen). Die Etymologie ist unsicher. Fischer, Schwäb. W.-B. hat das Wort nicht aufgeführt.

[298] S. anzahlen.

[299] S. (zu beiden Ausdr.) abzahlen.