[760] S. Bauernfrau.
[761] S. (betr. Klufterei) ankleiden.
[762] Malfes (neuere Form für das ältere Mahlbosch [vgl. „Einleitung“, [S. 27]]) = Rock (Jacke, Kittel, Kutte, Überrock) ist verwendet in folgenden Zusammensetzgn.: a) am Anfang: Malfesrande = Rocktasche; b) am Ende: (außer Mosmalfes noch): Gadscho- od. Kaffermalfes = Männerrock, Plauderermalfes = Lehrerrock, Gallach- od. Kolbemalfes = Priesterrock. Eine Verbindg. damit ist unterkünftiger Malfes = Unterrock. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 94, 98 (Malebosch od. Malus = Rock, ein ganzer M. = Rock und Kamisol, ein halber M. = Kamisol); W.-B. des Konst. Hans 254 (Malves = Kamisol, Mahlbosch = Rock); Schöll 271 (Formen: Malves u. Malbosch, Bedeutgn.: wie im W.-B. des Konst. Hans); Pfulld. J.-W.-B. 338, 341, 343, 344: Malves od. Malboschum = Kittel, Malfes od. Maleboschen = Rock, Ruchemalfes [od. Mahlboschen] = Bauernkittel, Schlaumalfes = Schlafrock); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 77 (Malfes = Weste, dagegen Walmusch [sic] = Rock, aber wieder Dormmalfes = Schlafrock); Schwäb. Händlerspr. 485 (Malfes u. Walmusch = Rock, dazu [in Pfedelb. (212)]: Dormmalfes = Schlafrock); s. auch noch Pfälzer Händlerspr. 438, 439 (Malebūsch = Anzug, Walmüsch = Rock) u. Metzer Jenisch 216 (Malbosche = Kleider). Über weitere, in der Form sehr verschiedene Belege aus dem Rotw., der Kundenspr. usw. sowie über die Etymologie (vom. hebr. mâlbûsch = „Kleider“) s. ausführl. Groß’ Archiv, Bd. 49, S. 348 u. Anm. 2 u. S. 349 vbd. m. Schütze S. 98 (unter „Walmusch“); vgl. Weber-Günther, S. 167 u. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1418.
[763] Zu Fürflamme = Schürze vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 99 (Vorflam = Schürz); Pfulld. J.-W.-B. 344 (Flamme = Schürze). Auch in d. sonst. rotw. Quellen ist das Wort teils in der kürzern Form Flamme (od. Flammert), teils in der längeren Vorflamme(rt) od. Fürflamme(rt) u. ä. mehrfach anzutreffen. S. z. B. schon Hildburgh. W.-B. 1753 ff. (227: Flamme); ferner Krünitz’ Encyklopädie 1820 (353: Vorflamme); v. Grolman 21, 22 u. T.-G. 120 (Fürflamm[e], Für- od. Vorflammert od. Flamme, Flammert); Karmayer 52 (Fürflamm [masc. gen.]) Die Etymologie ist zwar nicht ganz sicher, doch ist wohl an den hellen Schein einer weithin leuchtenden (gleichsam „flammenden“) weißen Schürze zu denken; vgl. A.-L. 540 (unter „Flamme“ [wo auch die Nebenbedeutgn. von Flamme(rt) — wie z. B. Hals- od. Schnupftuch — angegeben sind]); s. auch noch Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 302 u. Anm. 2. — Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1538 (unter „Flamme“) hat keine Erklärung hinzugefügt.
[764] S. böse Frau.
[765] S. Beischläferin.
[766] S. Frau.
[767] S. Bauernfrau.
[768] Mit Schrende = Stube (Gemach, Zimmer) sind gebildet die Verbdgn. grandiche Schrende = Saal) (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.) sowie folgende Zusammensetzgn.: a) am Anfang: Schrendepflanzer = Zimmermann; b) am Ende (außer Mosschrende noch) Sinseschrende = Herrenzimmer, Leileschrende (eigtl. „Nachtstube“) = Wachtstube. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 100 (Schrende = Stube); übereinstimmend (in Form und Bedeutg.) auch: W.-B. des Konst. Hans 254, Schöll 271 u. Pfulld. J.-W.-B. 345; dagegen in der schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [213]): Schrenze = Stube. Über weitere Belege im Rotwelsch sowie Etymologie des Wortes (das ohne Zweifel deutsch. Ursprungs ist) s. das Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 54, S. 165, Anm. 2 u. dazu etwa auch noch v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 478 (unter „Schrand“).
[769] S. Amtmann u. Beischläferin.