[870] S. aberwitzig.
[871] Lolo od. Loli = Gendarm findet sich zwar nicht in dem bes. verwandten Quellenkr., dagegen kennt das Metzer Jenisch (216) die Bezeichg. in fast gleicher Form (Lole) und in derselben Bedeutung; im Rotw. ist sie m. Wiss. unbekannt. Etymologie: aus der Zigeunersprache, u. zwar vom Adj. lōlo = rot, nach Wittich wohl mit Bez. auf die roten Aufschläge an der frühern Uniform der „Landjäger“ (vgl. „Einleitung“, [S. 31]). Vgl. (über das Zigeunerwort, das sich aufs Altind. [lōha = „rötlich, eisern“] zurückführen läßt) noch Pott II, S. 338, Liebich, S. 144, 187 u. 233 (lōlo = rot, bunt), Miklosich, Denkschriften, Bd. 27, S. 6 (wie Liebich) u. Finck 71 (lōlo = rot); bei Jühling, S. 223 nur im Zus. angeführt.
[872] Zu Schuker s. die (schon oben unter „Bischof“ näher besprochenen) Gradsteigerungen grandicher Schuker = Wachtmeister (Obergendarm) u. grandich Schuker = Oberwachtmeister. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 338, 344 (Tschugger = Bettelvogt neben Schuker = Gardist); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67, 72, 73, 75 (Schucker = Aufseher, Schuker od. linker Schucker = Landjäger, Oberschucker = Oberaufseher, Stationskommandant); Schwäb. Händlerspr. 481, 483 (Schu[c]ker [in Pfedelb. (211): auch Schoker] = Gendarm, Landjäger). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. s. Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 40, 41 (unter „Schoter“, lit. i). Zu der (noch nicht sicher festgestellten) Etymologie s. ebds. S. 39, 40 u. Anm. 2 vbd. mit Bd. 56, S. 185 (in d. „Nachträgen u. Berichtigungen“), wo die Ableitung vom deutsch. mundartl. Zeitw. schucken = „werfen, stoßen, schubsen“ als die wahrscheinlichste angenommen ist.
[873] Diese (einen beliebten Eigennamen zum Gattungsbegriff erhebende) Verbindung dürfte wohl aufzufassen sein als eine Weiterbildung des synon. Ausdrucks August mit der Latte, der z. B. (neben windiger August) auch in der schwäb. Gauner- u. Kundenspr. 72 (für den „Landjäger“) bekannt ist (ebenso wie auch sonst in der Kundenspr.; s. Groß’ Archiv, Bd. 51, S. 140 [u. oben unter „Degen“]; vgl. auch ebds. S. 139 über d. Syn. blanker August).
[874] Bei dieser (zu Karle, südd. Dim. zum Eigennamen Karl, gehörigen, also sprachlich der vorigen Umschreibung gleich zu beurteilenden) Bezeichnung (vgl. auch schon oben unter „Degen“) liegt vermutlich eine Kombination vor von dem gauner- u. kundenspr. Lattenseppel (bes. [wie August mit der Latte] = Gendarm), doch auch wohl allgemeiner Polizeibeamter (vgl. Groß’ Archiv, Bd. 51, S. 154]) mit Klempners Karl, das (bei Gaunern u. Kunden) gleichfalls für den Gendarmen (Polizisten od. Schutzmann) vorkommt (s. Näh. darüber in Groß’ Archiv, Bd. 51, S. 149/50).
[875] S. angenehm.
[876] S. essen.
[877] S. (zu allen drei Ausdr.) Abendessen.
[878] S. anreden.
[879] S. ansagen.