[980] S. Amme; vgl. berauscht.

[981] S. Angesicht.

[982] Mit Schlang = Kette, Leine (Spr.) sind noch folgende Zus. gebildet (nur am Ende): Loslingschlang (eigtl. „Ohrkette“) = Ohrring, Blibelschlang (eigtl. „Betkette“) = Rosenkranz (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.), Lubertschlang = Uhrkette. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 90, 95 (Schlangen = Borten, Ketten); Pfulld. J.-W.-B. 337 (Schlang = Kette; vgl. [341] das Zeitw. schlangen = anschließen); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 71 (Schlange = Kette); Schwäb. Händlerspr. 483 (Schlang = Kette [in Degg. (215) dagegen: Schlang(e) = Wurst]). Über weitere Belege des Wortes (einer alten Metapher aus dem Tierreiche) im Rotwelsch s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 72 u. Anm. 1 (unter „Schlangemer“).

[983] S. aufhören.

[984] Mit Jerusalemsfreund = Schaf (Hammel) sind gebildet die Verbdgn. grandich Jerusalemsfreund = Schafbock u. folgende Zus.: Jerusalemsfreundbenk od. -schure = Hirt, Schäfer, Jerusalemsfreundmodel = Schäferin, Jerusalemsfreundkib = Schäferhund, Jerusalemsfreundschenegler = Schäferknecht, Jerusalemsfreundstenkert = Schafstall, Jerusalemsfreundstrauberts (d. h. eigtl. „Schafhaare“) = Wolle (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.). — Diese auffällige Bezeichnung (die nach e. Mitteilg. Wittichs bes. bei den Bürstenhändlern u. Schirmflickern des schwäb. Dorfes Lützenhardt gebräuchlich sein soll) findet sich weder in dem verw. Quellenkreise noch m. Wiss. sonst im Rotw. u. ihm verw. Geheimsprachen. Zur Erklärung dürfte vielleicht herangezogen werden die Verwendung des Ausdr. Jerusalem für eine bestimmte Kleesorte (Jerusalemsklee, Trifolium hierosolimitanum; vgl. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 94) wie überhaupt auch sonst noch in Pflanzennamen (vgl. dazu schon Frisch, Teutsch-Latein. W.-B., Berl. 1741, Bd. I, S. 186; Grimm, D. W.-B. IV, 2, Sp. 2312; Schweiz. Idiot. III, Sp. 67). Da nun schon im ältern Rotw. für das Schaf die Benennung Kleebeißer gebräuchlich gewesen (s. z. B. A. Hempel 1687 [169] u. dann öfter; vgl. Groß’ Archiv, Bd. 38, S. 276), so wäre der Übergang hiervon zu dem „Freund“ guten Klees, dem „Jerusalemsfreund“, wohl leicht gegeben.

[985] Fehma = Hand (Hände) ist demnach doch im Jenisch noch nicht völlig veraltet (vgl. „Einleitung“, [S. 25], [Anm. 61]), jedoch erscheint es außer in der Verbindg. Fehma ste(c)ken = die Hände geben wenig gebräuchlich, namentl. nicht in Zusammensetzgn., während mit dem Synon. Grif(f)ling (-leng) eine Reihe solcher gebildet ist (vgl. Näh. schon unter „Daumen“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93 (Feme = Hand, plur. Fenem [wohl verschrieben], u. Fehma [sic] stecken = die Hand geben [wogegen Griffling hier „Handschuhe“ bedeutet); W.-B. des Konst. Hans 256 (Fehma = Hand); Schöll 272 (Feme = Hand); Pfulld. J.-W.-B. 337, 340 (Fehma = Arm, Hand, Fehma stecken = die Hand geben); in der schwäb. Gaun.-, Kunden- u. Händlerspr. nicht mehr bekannt, dagegen noch im Metzer Jenisch 216 (Fēm = Hand). Über weitere Belege im Rotwelsch sowie die Etymologie des Wortes (wohl vom nord. Zahlwort fem = 5, mit Bez. auf die fünf Finger der Hand) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 65, 66 u. Anm. 1. Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1051 (unter „Feme“) hat keine Erklärung hinzugefügt.

[986] S. Daumen.

[987] S. abschaffen.

[988] S. (betr. ste[c]ken) beschenken.

[989] S. (zu allen drei Ausdr.) abkaufen.