[990] Das Zeitw. verkitschen = handeln, verkaufen (s. dazu die Ableitg. Verkitscher = Verkäufer) findet sich (in dem verw. Quellenkr.) auch in der schwäb. Gaun.-, Kunden- u. Händlerspr. (s. Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 71, 77 [kitschen = kaufen, verkitschen = verkaufen]; Schwäb. Händlerspr. 487 [verkitschen od. vergitschen = verkaufen]), auch ist es — in etwas abweichender Form (nämlich verkitzen [od. verklitschen]) u. im etwas engeren Sinne (nämlich „erbetteltes Zeug verkaufen“) der älteren Kundenspr. überhaupt bekannt gewesen (s. Ku. III [429]). Zur Etymologie: Nach Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1194 (unter „verkitschen“) u. IV, Sp. 426 (unter „kitschen“) bedeutet in der schwäb. Mundart (ver)kitschen „im Kleinen (ver)handeln“, dann spezieller auch „auf listige Art (ver)kaufen“ (vgl. bei Grimm, D. W.-B. XII, Sp. 641: verkitschen = „auf unehrliche Weise verkaufen“) und könnte vielleicht gedeutet werden als eine Ableitung von Kitsch, das u. a. für „kurzes Holz, Abfall von Reisig, schlechte Holzware“ vorkommt. In der letzteren Bedeutg. („schlechte Holzware“) stimmt Kitsch merkwürdig zu dem (neuerdings — bes. für schlechte Gemälde — sehr beliebt gewordenen) Künstlerausdruck Kitsch = „wertloser Schund“ (s. Fischer, a. a. O.), der jedoch nach der Z. d. Allgem. Deutsch. Sprachv., Jahrg. 24 (1909), Sp. 126 erst aus dem oben erwähnten Zeitw. (ver)kitschen entstanden sein soll (wofür auf die Wiedergabe seiner Bedeutg. bei Schmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1313 [durch „etwas für Geld anbringen, los werden, z. B. ein Gemälde verkitschen“] verwiesen worden).

[991] S. abkaufen.

[992] S. (betr. Benk) brauchbarer Bursche.

[993] S. Bettelbube.

[994] S. (betr. Mos) Bauernfrau.

[995] S. (betr. Model) Beischläferin.

[996] S. (betr. Kaffer) Bauer.

[997] S. Fehde.

[998] S. Daumen u. Ferse. — Synon. wohl auch Grif(f)lingstritt, wie aus der Zus. Grif(f)lingstrittpflanzer = Handschuhmacher zu schließen.

[999] Vgl. die vor. Anm. a. E.; betr. -pflanzer s. anbrennen.