[1000] Zu Konde od. Kunde (= Handwerksbursche) vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 340 (Talfkunde = Handwerksbursche [zugleich wohl erster Beleg für das Wort im Rotw. überhaupt]); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 70 (Kunde = Handwerksbursch); Schwäb. Händlerspr. 479 (Kundi [in Pfedelb. (209): Kunde] = Bettler). Über weitere Belege im Rotwelsch (nach 1820) u. in der Kundenspr. (Bedtg. meist: wandernder Handwerksbursche, Vagabund u. dgl.) sowie d. Etymologie des Wortes (zu „kennen“, also eigtl. soviel wie „der Bekannte“, als Anrede der Kunden unter sich) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 8, 9.
[1001] S. aufhängen.
[1002] S. aufspielen u. abbiegen.
[1003] S. austreten (leicht) u. (betr. Flu[h]te) abbrühen.
[1004] S. arg.
[1005] Zu Langohr = Hase, auch Kaninchen (Zus.: Langohrbikus = Hasenessen) vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93 (Grünspreit-Langohr = Hase [zu Grünspreit = Feld], während Langohr [ohne Zusatz] hier = Esel ist); Schwäb. Händlerspr. 481 = Hase [in Pfedelb. (210) auch = Esel); s. auch Regensb. Rotwelsch 490 (Langöhrl = Hase). Im sonst. Rotw. tritt Langohr zunächst für den Esel auf (s. z. B. Hildburgh. W.-B. 1753 ff. [229], während d. Hase hier Langfuß heißt, in Körners Zus. zur Rotw. Gramm. v. 1755 [240] aber zwischen gross Langohr = Esel u. klein Langohr [od. Langfuß] = Hase unterschieden ist), seit d. 19. Jahrh. dagegen überwiegt die Bedeutg. „Hase“ (s. schon Pfister 1812 [301] u. a. m.). Es handelt sich hierbei um eine der vielen, bes. gerade zur Kennzeichnung der Tiere im Rotwelsch beliebten partes pro toto; vgl. Pott II, S. 23; Günther, Rotwelsch, S. 58; Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 985.
[1006] S. (betr. Bikus) Abendessen.
[1007] Betr. Jahre od. Kracher = Wald s. Ananas. — Mit Krächerle = Nuß (Nüsse) sind auch noch gebildet die Zusammensetzgn.: Krächerlestöber (i. d. Spr.: Krächerstöber [wohl versehentlich]) = Nußbaum u. Krächerlekies = Nußkern. In dem verw. Quellenkr. lauten die Formen (im wes. Übereinstimmg. mit dem Rotw. überhaupt [s. z. B. schm. Lib. Vagat (54) u. dann öfter]): Krächling od. Kracherling. Vgl. Dolm. der Gaunerspr. 93, 97 (Kracherling = Nuß, Heckenkracherling = Haselnuß); Pfulld. J.-W.-B. 338, 342 (Krächling = Baumnuß, Nuß; Nebenbedtg. [346]: Zahn); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 73 (Krächling = Nuß); Schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [212]: Krächling, in U. [214]: Kracherling). Zur Etymologie (vom deutsch. Zeitw. „krachen“) s. Pott II, S. 38; A.-L. 562 (unter „Kracher“); Günther, Rotwelsch, S. 61; Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 663 (unter „Krachling“).
[1008] S. Fingerhut.
[1009] S. abgeben.