[1020] Mit Keiluf = Hund, auch spezieller Pudel, sind noch folgende Zusammensetzgn. gebildet: a) im Anfang: Keilufkitt = Hundehütte, Keilufstenkert = Hundestall; b) am Ende: Gachnekeiluf = Hühnerhund, Bu(t)zekeiluf = Polizeihund. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 94 (Keluf); W.-B. des Konst. Hans 254 (Kohluf); Schöll 271 (ebenso): Pfulld. J.-W.-B. 340 (Gilof); Schwäb. Händlerspr. 482 (Kailuf); s. auch Pfälz. Händlerspr. 438 (Kêluf). Über noch weitere rotw. Belege sowie die Etymologie des Wortes (vom gleichbed. hebr. keleb) s. Näh. bei Weber-Günther, S. 156 (unter „Keilef“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 309 (unter „Kailuf“).

[1021] Mit Kip oder (häufiger) Kib (plur. Kibe, Dimin. Kible [Spr.]), Synon. zu Keiluf (daher auch = Pudel), sind noch mehr Zusammensetzgn. gebildet als mit letzteren, nämlich: a) im Anfang: Kibe(n)bossert = Hundefleisch, Kibekitt (= Keilufkitt), Kibekafler = Hundemetzger, Kibestenkert (= Keilufstenkert), Kibeschwächerle = Hundezitzen; b) am Ende: Stierer- od. Stenzelkib (= Gachnekeiluf), Stupfelkib = Igelhund (Spr.), Bu(t)zekib (= Bu(t)zekeiluf), Jerusalemsfreundkib = Schäferhund, Flu(h)tekib = Seehund, Schmelemerkib = Zigeunerhund. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 254 (Kipp = Hund [wohl zugleich erster Beleg im Rotw. überhaupt]); Pfulld. J.-W.-B. 340 (Kib); Schwäb. Händlerspr. 482 (Kipp); s. auch Metzer Jenisch 216 (ebenso). Die Etymologie des (auch in sonst. rotw. Quellen des 19. Jahrh. noch vereinzelt anzutreffenden) Wortes bleibt dunkel; auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 388 gibt keinen Aufschluß darüber.

[1022] Betr. bosten u. pfichen s. abgehen. — Zu schenzieren = hausieren finde ich keinen Beleg in anderen Quellen. Dagegen kennt das Metzer Jenisch 216 schranze in gleicher Bedeutung, während schon Schöll 269 ein Subst. Schrenzierer als Synon. für die sonst als Scheinspringer bezeichneten Gauner (die sich bei Tage in Wohnungen einschleichen, um zu stehlen) anführt, das auch A.-L. 604 neben der Form Schranzierer (zu dem Zeitw. schranzieren od. schrenzieren = „sich [unter irgendeinem Vorwande] in Häuser [bes. Gasthöfe] einschleichen, um zu stehlen [oder zu baldowern]“) erwähnt u. vom ahd. schranz = List hergeleitet hat. Indessen liegt es wohl mindestens ebenso nahe, das rotw. Schrende (Schrantz, Schren[t]z[e] u. ä. = Stube (vgl. Groß’ Archiv, Bd. 54, S. 165/66, Anm. 3) als Quelle dafür heranzuziehen, das zugleich auch für schranze = hausieren passen würde. Danach aber dürfte dann vielleicht auch in Wittichs Jenisch statt schenzieren richtiger schrenzieren zu lesen sein.

[1023] S. (betr. Schenegler) abschaffen.

[1024] S. Amme.

[1025] S. Dietrich.

[1026] S. Eltern.

[1027] Betr. Kaffer s. Bauer. — Mit Fehte = Herberge (Quartier, Wohnung) sind (außer Fehtekaffer, das auch durch „Herberggeber“, „Herbergsvater“ und „Quartierherr“ wiedergegeben) noch zusammengesetzt: Fehteulme = Herbergsleute (Spr.), Fehtefi(e)sel od. -freier = Quartierbursche, Fehtemos(s) od. -sinse = Quartierfrau (ersteres in den Spr. durch „Hausfrau“ wiedergegeben), Fehtesins = Quartiersherr (also Syn. zu Fehtekaffer) u. Fehtemodel = Quartiermädchen. Ableitung: fehten = übernachten, auch das „Übernachten erlauben“ (v. S. des Wirts) nach Spr. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schöll 272 (Fede = Herberge; Pfulld. J.-W.-B. 343 (Fede = Quartier; vgl. [338] das Zeitw. feden = beherbergen); Schwäb. Händlerspr. 479 (Fêde = Bett [in Pfedelb. (212) auch = Quartier; vgl. ebd.: in d’ Fede hotschen = schlafen]); auch sonst im Rotw. seit Anf. des 18. Jahrh. (s. Basl. Glossar v. 1733 [201] hin und wieder angeführt. Zur (nicht sicheren) Etymologie s. Fischer, Schwäb. W.-B. II. Sp. 999/1000, wonach die Bedeutung „Quartier“ aus dem ital. fede im Sinne von „Verschreibung“ (warum?), die Bedeutung „Bett“ aber aus unserem deutsch. „Feder“ erklärt werden könnte.

[1028] S. gebären und Bauernfrau.

[1029] Kaim = Jude (Hebräer), fem.: Kaime, plur.: Kaimen, erscheint noch in der Zus. Kaimkolb (d. h. „Judengeistlicher“) = Rabbiner (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 94 (Kaim = Jude); Pfulld. J.-W.-B. 341 (ebenso); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 71 (Keim [Gheim, Goim] = Juden); Schwäb. Händlerspr. 482 (Kaim [in Pfedelb. (210): Keim] od. Kaimchen = Jude). Über weitere Belege im Rotw. sowie die Etymologie (aus dem Hebr. [chajjim]) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 48, S. 323/24 u. Anm. 2. Schmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1286 u. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 143 geben keine genügende Erklärung.