»Ja, gnädige Frau. Ich muß Sie um die Befestigungspläne bitten, die Sie ja als Archivarin in Verwahrung haben.«

»Nein«, sagte Frau von Zeuthen, »die Pläne habe ich allerdings. Sie gehn aber nur die Vorsteher an. Und so weit haben Sie es doch noch nicht gebracht.«

Mit eingezogenem Kopfe sah er sie von unten an.

»Gnädige Frau, ich bin – Reichskommissar an Paul Seebecks Stelle.«

Frau von Zeuthen lachte laut auf und sah ihm belustigt ins Gesicht.

Der Krüppel biß die Zähne zusammen.

»Gnädige Frau«, sagte er drohend.

»Wenn Ihre Geschäfte so sonderbarer Natur sind, brauchen wir sie nicht länger zu diskutieren. Gehen Sie, Herr Reichskommissar.« Damit drehte sie ihm den Rücken zu und setzte sich an ihren Schreibtisch.

Mit leisen, schleichenden Schritten näherte er sich ihr. Sie stand auf und wandte sich ihm zu. Mit beiden Händen hielt sie sich rückwärts am Schreibtische fest.

»Weshalb gehen Sie nicht«, sagte sie herrisch, aber ihre Stimme zitterte dabei.