Und mit allen Kräften wurde gearbeitet. Fünfzig unverheiratete Männer wurden vom Hauptmann von Rochow im Gewehrschießen eingedrillt. Die Vorsteher und außer ihnen Felix und Melchior übten sich an den Geschützen, und manche Klippe da draußen im Meere war von den schweren Granaten des Festungsgeschützes bei Schießübungen getroffen, in die Luft geflogen.

Der »Vulkan« wurde inzwischen zur Aufnahme aller Nichtkämpfer eingerichtet. Welchem Zwecke die Gebäude dort auch ursprünglich bestimmt waren, jetzt wurde alles zu Wohnstätten eingerichtet, sogar die Umkleidezellen des Schwefelbades. Ein Fieber hatte alle ergriffen, ein Freiheitsrausch, und als sich nach fünf Wochen am Horizonte die Rauchsäule des Kreuzers zeigte, wurde er von den kampffrohen Männern mit Jubel begrüßt. Man war bereit, ihn zu empfangen. Vor Seebecks Haus standen in Reih und Glied die Infanteristen mit ihren Mausergewehren, die Stahlläden vor den Geschützscharten in Seebecks Keller waren aufgeklappt und die Geschütze nach vorn gerollt. Vier Meter ragte der hellgraue Lauf des Festungsgeschützes heraus. Es wurde von Edgar Allan und Felix bedient, während Otto Meyer und Melchior an den beiden Maschinengewehren standen.

Oben in Paul Seebecks Arbeitszimmer standen er und Frau von Zeuthen. Vor ihnen auf dem Schreibtische lag der Lageplan der Seeminen; die Stahltür an der Wand stand offen und zeigte die sechzig weißen Tasten.

»Wie weit ist das Schiff jetzt?« fragte Frau von Zeuthen.

Paul Seebeck sah prüfend durch sein Fernglas:

»Zehn Kilometer, schätze ich es jetzt.«

Einige Minuten später hielt der Kreuzer an. Ein weißes Wölkchen erhob sich und eine halbe Minute später rollten drei dumpfe Schüsse über die Stadt.

»Die waren blind!« rief Hauptmann von Rochow herauf.

»Noch zwei Kilometer, und das Schiff kommt in den Bereich unserer Minen.«

Aber der Kreuzer drehte sich auf der Stelle und wandte der Stadt seine Breitseite zu.