»Was jetzt?« – telephonierte Allan herauf.
»Abwarten, ob sie wirklich ernst machen. Je mehr Zeit wir gewinnen, desto besser«, gab Paul Seebeck zurück.
Aber Minute auf Minute verrann, eine Stunde, eine zweite, und nichts geschah.
»Die Herren erwarten wohl, daß wir die bewußte weiße Fahne aufziehen«, sagte Paul Seebeck zu Frau von Zeuthen.
Da hüllte sich plötzlich der Kreuzer in eine einzige Rauchwolke. Im Hafen erhob sich eine ungeheure Wasser- und Staubwolke, der ein donnerndes, krachendes Getöse folgte. Wie sich die Wolke verzogen hatte, sah man, daß alle Hafenanlagen mit der Landungsbrücke und den Lagerhäusern in Trümmern lagen. Die am Quai liegenden Fischerboote waren fast sämtliche verschwunden. Aber das wild wogende Meer war mit Trümmern und Balken bedeckt.
Und Schuß auf Schuß folgte, aber alle galten nur dem Hafen.
»Sie wollen uns so lange schonen, wie es geht, und das gefällt mir sehr, damit gewinnen wir Zeit«, sagte Paul Seebeck zu Frau von Zeuthen. Dann telephonierte er zu Allan:
»Wir dürfen erst schießen, wenn sie die Stadt selbst beschießen. Nicht vorher.«
Von unten her klangen Rufe, die man bei dem Getöse nicht verstehen konnte. Frau von Zeuthen trat ans Fenster und sah hinunter.
Auf ihrem völlig erschöpften Pferdchen ritt Hedwig die Hauptstraße hinunter, drängte sich durch die Infanteristen und stürmte die Treppe hinauf: