»Leg dich etwas auf Pauls Bett, mein Kind, und ruh dich aus. Aber dann mußt du wieder zurückreiten, hörst du?«

»Darf ich nicht hier bleiben, Mutter?«

»Nein, das geht nicht, Kind.«

»Aber Fräulein Erhardt kommt auch, sie geht sogar zu Fuß, ich habe sie überholt.«

»Wenn du ihr auf dem Rückwege wieder begegnest, sag ihr, daß sie umkehren soll«, sagte Paul Seebeck. »Aber geh jetzt Kind und ruh dich etwas aus. Oder willst du etwas zu essen haben?«

Hedwig schüttelte schmollend den Kopf und ging in Paul Seebecks Schlafzimmer.

»Also nur noch zwei Stunden, dann wissen wir Bescheid«, sagte Paul Seebeck aufatmend. »Wenn Silberland es nur aushält.«

Hedwig war in Paul Seebecks Schlafzimmer gegangen, aber sie legte sich nur für einige Minuten auf sein Bett. Leise öffnete sie dann die Tür zum Badezimmer, schlüpfte durch dieses in die Küche und ging die Hintertreppe hinunter. Mit einigen Sprüngen hatte sie unbemerkt die nächsten Häuser erreicht und ging jetzt durch die kleinen Gäßchen, die die einzelnen Terrassen mit einander verbanden, zum Meere hinunter. In kurzen Zwischenräumen schlugen noch immer die Granaten in den Hafen.

Hedwig ging zu Nechlidows Häuschen, das gerade am Anfang der Fischerstraße lag. Mit klopfendem Herzen öffnete sie die Türe und trat ein.

Es war still im ganzen Hause. Hedwig trat ins Wohnzimmer ein. Hier war es fast dunkel, denn die Fenstervorhänge waren dicht zugezogen.