Nechlidow erhob sich von seinem flachen Sofa zu einer halbsitzenden Stellung.
»Sie kommen zu mir, dem Verfehmten? Wird man Sie nicht steinigen, wenn man das erfährt?«
Ein scharfer Knall in der Nähe, dem ein anhaltendes Prasseln und Krachen von niederstürzenden Mauerteilen folgte, ließ ihn aufstehen. Er trat zum Fenster und zog die Vorhänge zurück. Das gegenüberliegende Haus hatte sich in einen rauchenden Trümmerhaufen verwandelt.
Nechlidow lachte bitter auf:
»Meine Schuld, nicht wahr?«
»Herr Nechlidow«, sagte Hedwig bittend und trat an ihn heran. »Glauben Sie nicht doch, daß Paul recht gehandelt hat?«
»Bei Gott, er hatte nicht recht, und wenn ich tausendmal daran Schuld trage, daß jetzt alles zusammenbricht. Ich habe das nicht gewollt. Ich habe nicht vorausgesehen, daß es so kommen würde. Aber es ist besser, daß diese riesige Lüge zusammengeschossen wird, als daß sie weiter lebt. Wer weiß, vielleicht kommen die englischen Schiffe noch rechtzeitig, und dann baue ich die Stadt wieder auf. Und wenn sie nicht kommen, um so besser, dann ist eine Halbheit weniger auf der Welt.«
»Sind Sie wirklich schuld daran?« fragte Hedwig schüchtern.
Nechlidow legte ihr beide Hände auf die Schultern und sah ihr in die braunen Augen:
»Weshalb kommen Sie mit dieser Frage zu mir?«