Er lief die Treppe hinunter, auf die Straße, schrie Hauptmann von Rochow zu:
»Bleiben Sie hier. Handeln Sie nach Ihrem Gutdünken!« und stürzte dem Hafen zu. Mehrere Granaten schlugen in seiner Nähe ein und bedeckten ihn mit Staub. Unten angekommen, sah er um sich. Alles lag schon in Trümmern. In der Fischerstraße standen nur noch einige Häuser. Und horch! das Prasseln auf den Steinen, das Klirren an Fensterscheiben, die kleinen Springbrunnen auf dem Meere. Also hatten sie schon die Maschinengewehre in Tätigkeit gesetzt.
Da kam das Ruderboot. Jakob Silberland stand auf und rief etwas, was Seebeck des Lärmes wegen nicht verstehen konnte. Jakob Silberland setzte sich wieder an die Ruder. Jetzt war er nur noch zwanzig Schritte vom Strande entfernt. Wieder stand er auf. Sein Gesicht war verzerrt, Blut floß von seinen Händen herunter. Er schrie:
»Entente cordiale zwischen England und Deutschland; damit ist der Weltfriede endgiltig gesichert.«
Klack, klack, klack klang es im Boote und im Wasser – Jakob Silberland fuhr sich mit der Hand ins lange schwarze Haar und brach dann auf der Bootsbank zusammen. Langsam füllte sich das durchlöcherte Boot mit Wasser und sank.
Paul Seebeck blieb mit verschränkten Armen stehn und sah das Boot versinken.
Da legte sich eine Hand auf seine Schulter und er sah in Nechlidows bleiches Gesicht. An den Kleidern hatte er große Blutflecke. Er fragte:
»Darf ich zusammen mit Ihnen sterben, Herr Seebeck?«
Seebeck reichte ihm die Hand:
»Lassen Sie uns zusammen sterben, Sie für Ihre Idee, ich für mein Werk.«