Nechlidow schüttelte den Kopf:

»Ich sehe nichts mehr, weiß von keiner Vernunft mehr. Ich sehe nur noch einen Strom, dessen Wellen uns in die Höhe hoben, als wir ihn zu leiten glaubten, und der uns jetzt mitleidlos wieder in seine Strudel zieht. Aber ich sehe nicht, wohin er geht. Ich sehe nur noch Sie und will mit Ihnen zusammen sterben.«

»Kommen Sie«, sagte Seebeck. »Wir wollen den anderen sagen, daß wir alle sterben müssen.«

Aber auch oben hatte man Jakob Silberlands Untergang gesehen.

»Jetzt ist es genug!« rief Edgar Allan Hauptmann von Rochow zu. Dieser nickte. Und einige Minuten später donnerte das schwere Festungsgeschütz, begleitet vom Knattern der beiden Maschinengewehre.

Dies war aber nur ein Signal für den Kreuzer, seinerseits das Feuer zu verstärken. Und jetzt galten seine Schüsse nicht mehr dem Hafen. Überall schlugen die Granaten in die obere Stadt. An vielen Stellen brannten die Häuser.

Da kamen Paul Seebeck und Nechlidow zusammen die Straße herauf. Die Leute umdrängten sie, fragten, aber die beiden gingen hinauf in das Seebecksche Arbeitszimmer. Dort trat Paul Seebeck ans Fenster, wartete, bis das Feuer für einen Augenblick verstummte und rief dann mit scharfer klarer Stimme:

»Wir bekommen keine Hilfe von England. Wer ist bereit, mit uns für unser Werk zu sterben?«

Die Gesichter dort unten wurden groß. Wutschreie ertönten. Drohende Fäuste wurden emporgereckt. Aus dem Gebrülle waren nur einzelne Worte verständlich:

»Wir wollen uns nicht hinschlachten lassen!«