»Sehen Sie, Felix«, sagte Edgar Allan stehen bleibend und wandte sein scharfes Gesicht dem Knaben zu. »Hier ist der gebahnte Weg zu Ende, und die Steine fangen an. Hinter uns liegt die behagliche Wärme der Masse.« Die hagere, sehnige Gestalt hoch aufrichtend, sagte er, »ich bin der Erste, der hier hinaus zieht, aber glauben Sie mir, die andern sechs werden mir hierher folgen. Auch Nechlidow, obgleich er mich ermorden könnte, wenn ich es ihm jetzt sagte.«

Felix sah dem starken und einsamen Manne halb bewundernd und halb zweifelnd ins Gesicht. Er antwortete nichts.

Dann stiegen sie weiter, über die Felsblöcke und durch die schäumenden Regenbäche, und suchten einen Platz für Allans neues Haus.

In diesem Jahre war die Regenzeit heftiger als je vorher und machte fast jede Beschäftigung außer dem Hause unmöglich. Es war ein Glück, daß Edgar Allan bei der Stadtanlage so genau alle Eventualitäten berechnet hatte; sonst wäre wohl manches der kleinen Gärtchen fortgeschwemmt worden.

Paul Seebeck benutzte die Zeit der allgemeinen Untätigkeit zur Durchführung eines Planes, den er schon lange gehegt hatte. Allwöchentlich fanden jetzt im Volkshause Vorträge statt, die dann in der nächsten Nummer der von Herrn de la Rouvière mit Geschick geleiteten »Inselzeitung« gedruckt wurden.

Paul Seebeck selbst hatte den ersten Vortrag gehalten; ihm folgte Jakob Silberland mit einem ganzen Zyklus volkswirtschaftlicher Vorträge, und nach ihm behandelte Herr von Rochow verschiedene schöngeistige Gebiete.

Die »Inselzeitung« erwies sich nicht nur als notwendig, sondern auch als Machtfaktor: der Krüppel hatte der öffentlichen Kritik einen breiten Raum geschaffen, und mancher sprach lieber hier unter dem Schutze des Redaktionsgeheimnisses seine Meinung aus, als in den Versammlungen der Gemeinschaft. Herr de la Rouvière versah die Eingesandts mit zustimmenden oder abfälligen Glossen, und deshalb galt es, sich mit ihm gut zu stellen, wenn man einen Erfolg wünschte. Und Herr de la Rouvière empfing die Besucher an seinem Schreibtische, der so niedrige Beine wie der eines Knaben hatte, und besprach stundenlang mit dem Besucher dessen Anliegen, so daß jener mit der Gewißheit davon ging, daß seine Sache in guten Händen lag.

Gelegentlich suchte Herr de la Rouvière Frau von Zeuthen auf, und dort traf er zuweilen um die Teestunde Paul Seebeck, der einige freundliche Fragen an ihn richtete, die er bescheiden beantwortete, worauf er gewöhnlich bald fortging.

Als Frau von Zeuthen und Paul Seebeck so eines Tages allein geblieben waren, sagte sie: