»Herr Kapitän, jetzt ist es zehn Uhr; Sie sagten selbst, daß wir vor vier Stunden nicht dort sein können, also nicht vor zwei Uhr nachts. Um Zwölf wird aber alles elektrische Licht ausgelöscht, so daß dann kein Passagier mehr auf sein kann. Sie, der Herr Erste Offizier und ich sind die Einzigen, die wissen, daß wir dort eine neu entstandene Insel vor uns haben. Die anderen haben nichts gesehen, oder wenn sie die Insel gesehen haben, ist sie ihnen nicht weiter aufgefallen. Wollen Sie mich um zwei Uhr an Land setzen und Schweigen bewahren?«
Der Kapitän sah ihn überrascht an: »Herr Seebeck – überlegen Sie sich’s – eine neuentstandene, vulkanische Insel! Heißer Boden! Ich habe doch die Verantwortung, auch für Sie. Und dann – in das Schiffsbuch muß ich die Sache doch eintragen.«
Paul Seebeck preßte die Lippen zusammen: »Gewiß, gewiß –«
Nach kurzem Schweigen fuhr er auf. »Herr Kapitän, ich habe nichts Unrechtes vor. Ich will die Insel für das Deutsche Reich in Besitz nehmen. Machen Sie Ihre Eintragungen in das Schiffsbuch, es wird sie ja niemand anders als die Rhederei sehen. Wollen Sie Beide mir aber versprechen, das heißt, können Sie mir versprechen, absolutes Schweigen zu bewahren, Sie und die Herren in Bremen, die das Schiffsbuch eventuell lesen? Absolutes Schweigen nur drei Tage lang zu bewahren? Wenn im Laufe dieser drei Tage nicht telegraphisch eine Bitte vom Reichskolonialamt eingelaufen ist, länger zu schweigen, sind Sie völlig frei.«
Der Kapitän sah Paul Seebeck an.
»Einem andern würde ich ein solches Versprechen nicht geben, das mir meine Stellung kosten kann. Ihnen gebe ich es.«
»Ich danke Ihnen, Herr Kapitän, Sie werden es nicht zu bereuen haben.«
»Auch ich gebe Ihnen das Versprechen«, fügte der Erste Offizier hinzu.
Paul Seebeck senkte dankend den Kopf.
Nach einer Weile wandte sich der Kapitän wieder Paul Seebeck zu: