Englischer Krankenwagen (Djanjibhoy) von den Offizieren als Krümperwagen benutzt
Der Paß vom Konsulat traf ein, ebenso erhielt ich durch die liebenswürdige Vermittlung unseres Konsuls ein offenes Empfehlungsschreiben des russischen Konsuls für die russischen Behörden, und einen geschlossenen Brief an das Generalkonsulat zu Kaschgar, die erste russische Behörde, die ich auf meinem langen Wege antreffen würde.
Die wenigen mir noch fehlenden Ausrüstungsstücke waren bald besorgt, und das Abschiedfeiern, ohne das es hier in Ost-Asien einmal nicht geht, fing an, um bis zum 4. Januar 1903, dem Tage meines Abrittes, zu dauern.
Das offizielle große Abschiedsessen für alle Anfang Januar nach der Heimat Zurückkehrenden war schon am 23. Dezember gewesen. Eine um so größere Freude bereitete es mir, als zehn meiner Freunde am 1. Januar mir noch ein besonderes Abschiedsdiner gaben. Am 2. Januar meldete ich mich dienstlich überall ab und erhielt von meinen Vorgesetzten manches liebenswürdige Wort mit auf die Reise.
Am 3. Januar wurde alles probeweise fertig gepackt und mit Hilfe unseres Batteriesattlers noch manches geändert.
Am Abend war ich nochmals ins allgemeine Kasino eingeladen; Oberstleutnant von Kronhelm hielt eine mir zu Herzen gehende Rede, und ich merkte erst jetzt, wie schwer mir der Abschied von so vielen liebegewordenen Freunden und Kameraden fiel, mit denen ich hier Jahre lang zusammen gelebt und gewirkt hatte. Bis zum frühen Morgen saßen wir zusammen, Parademarsch auf Stühlen und der übliche Abschiedsschnaps im Korridor machten den Abschluß der unvergeßlichen Feier. Es war höchste Zeit, denn Frau Sonne färbte den Horizont schon leicht purpurn, und ich mußte mich ans Satteln der Pferde machen, da um Punkt 9 Uhr abmarschiert werden sollte. Mir kam es so vor, als ob ich statt drei Tiere deren sechs mitnahm; aber es war der letzte Tropfen Alkohol bis zum Kaspischen Meere gewesen.
Verzeichnis der auf dem Ritt durch Zentral-Asien mitgeführten Pferde und Ausrüstungsstücke.