Jetzt erhalten sie die Gummibälle von Santa Cruz de la Sierra. Ich habe das „Tóki“ nur von Knaben spielen sehen. Früher wurde es nicht allein von den Männern, sondern auch von den Göttern gespielt. Es ist besonders von den Chiquitosindianern bekannt.[68]
Abb. 96. Máma wird ausgelegt. Tshúcaretaspiel. Tihuïpa. Chiriguano.
Auch d’Orbigny[69] erwähnt dieses hübsche Spiel von den Chiquitos. Am Rio Guaporé habe ich Chiquitano sprechende Gummiarbeiter das Spiel spielen sehen, die es außerordentlich gut verstanden, den Ball mit dem Kopf weiterzustoßen. Auch niedrige, den Boden beinahe erreichende Bälle fingen sie, auf dem Magen liegend, in gleicher Weise auf.
Abb. 97. Die Stäbchen werden geworfen. Tshúcaretaspiel.
Spiele mit Gummibällen scheinen den Spaniern erst sehr spät bekannt geworden zu sein. Dies geht aus dem Erstaunen hervor, mit dem Gumilla[70] sie erwähnt. Merkwürdig, sagt er, sind die Bälle und die Art, wie mit ihnen gespielt wird. Der Ball ist groß und aus einem Holzsaft, Caucho genannt, gearbeitet, der bei einem leichten Stoß so hoch springt, wie ein Mann lang ist.
Gumilla erzählt, daß die Indianer am Orinoco mit der rechten Schulter spielten. Traf der Ball einen anderen Körperteil, so verlor der Spielende einen Point. Er bewunderte ihr Spiel, da sie den Ball zehn-, zwölfmal und noch öfter warfen, ohne den Boden zu berühren.
Abb. 98. Die Spielenden sehen nach, wie die Stäbchen gefallen sind.