Tafel 17. Palmenwald, unweit des Rio Pilcomayo.


GRÖSSERES BILD

Am Rio Pilcomayo spielte man mit drei Kegeln auf jeder Seite. Der Abstand zwischen den Kegeln des Gegners war drei Ellen. Jeder Kegel bestand aus einem entsamten Maiskolben und der Abstand zwischen ihnen sollte eine Handspanne[67] sein. Die angewandten Bälle sind aus gebranntem Ton und hohl, mit kleinen, rasselnden Kugeln im Innern ([Abb. 99]).

Das Leben der Indianerkinder.

Wenn man vom Leben in den Dörfern spricht, darf man auch die Kinder nicht vergessen. Die Kinder spielen, helfen aber auch den Großen. Sie werden wie die Choroti- und Ashluslaykinder erzogen. In heiterer Freiheit verbringen sie ihr Leben, ohne Prügel und harte Worte.

Die Chiriguano- und Chanékinder haben mehrere Spiele und Spielsachen, welche man die Kinder der Weißen in Bolivia niemals anwenden sieht und die mir alle echt indianisch zu sein scheinen.

Abb. 95. Stäbchen zum Tshúcaretaspiel. ²⁄₉.

Die Indianerkinder spielen vor allem die Spiele, die ich schon von den Älteren erwähnt habe. Von den Spielen der Chorotis und Ashluslays kennen sie das hockeyähnliche Ballspiel, das die Chiriguanos „táca“ nennen. Bei den Chanés habe ich es nicht spielen sehen. Als Tore pflegen sie Gruben anzuwenden, und zuweilen schlagen sie die Bälle mit Raketts. Das ist hier ein Knabenspiel. Ein außerordentlich hübsches und schweres Spiel ist „tóki“, das ich von den Knaben der Chanés am Rio Parapiti habe spielen sehen. Es wird von zwei, vier, sechs oder mehr Personen in zwei Abteilungen gespielt. Die Bälle aus massivem Gummi werden von einem der Spielenden erst in die Luft geworfen und dann mit dem Kopf nach der gegnerischen Seite geworfen, wo er mit dem Kopf wieder zurückgestoßen werden soll. Das Berühren des Balles mit der Hand ist verboten. Die Partei, die, je nach Übereinkommen, fünf- oder zehnmal den Ball verfehlt, hat verloren.

Das Tókispiel wird in einer der Sagen der Chanéindianer erwähnt. In dieser Sage sehen wir, wie schwer es den Chanés früher gefallen ist, den Gummi für die Bälle zu erhalten, der, da es im Chaco keinen Gummi gibt, von weit her geholt werden mußte.