Von eigenen Hazardspielen haben sie zwei. Das eine ist dasselbe, wie wir es S. 73 von den Chorotis und Ashluslays kennen gelernt haben. Die Chiriguanos nennen dieses Spiel „chúcaráy“, die Chanés „chunquánti“.[66]

Das andere den Chiriguanos und Chanés bekannte Spiel habe ich bei keinen anderen Indianern gesehen. Sie nennen es tsúcareta und spielen es mit einem Haufen Stäbchen, die auf der einen Seite konvex, auf der anderen eben oder konkav sind ([Abb. 95]).

Zuerst wird ein Stäbchen (Máma) so ausgelegt, daß es auf den hinzeigt, der werfen soll ([Abb. 96]). Nehmen wir an, daß es so gelegt ist, daß die konvexe Seite nach oben gerichtet ist. Fallen zwei oder mehr Stäbchen kreuzweise übereinander, und zwar mit der konvexen Seite nach oben und ohne oben von einem Stäbchen mit der ebenen Seite nach oben berührt zu werden, so fallen sie dem Werfenden zu. Wäre das Máma so gelegt worden, daß die ebene Seite nach oben gelegt worden wäre, so hätten nur die gezählt, die mit der ebenen Seite nach oben ein Kreuz gebildet haben.

Man schlägt abwechselnd und jeder legt das Máma beliebig aus. Wer die meisten Stäbchen bekommen hat, hat gewonnen.

Hat man nur noch vier Stäbchen, so wird kein Máma mehr ausgelegt, sondern man kommt überein, ob die konvexen oder ebenen (konkaven) gelten sollen.

Bisweilen sieht man die Frauen ein Kegelspiel, von den Chiriguanos in Tihuïpa „itarapóa“, von den Chanés am Rio Parapiti „tocoróre“ genannt, spielen.

In Tihuïpa spielte man auf folgende Weise. Man stellte zwei Reihen Maiskörner, je zwei aufeinander, als Kegel in einem Abstand von vier bis fünf Fuß auf. Zwei spielten abwechselnd, indem sie die Maiskegel des anderen mit einer steinernen Kugel abzuschlagen versuchten. Wer zuerst alle Maiskegel des anderen abgeschlagen hatte, hatte gewonnen.

Abb. 94. Chunquanti spielende Chanéknaben am Rio Itiyuro.