Es schien mir, als würden hier wirkliche Mahlzeiten abgehalten, von denen die erste des Morgens, die zweite mitten am Tage und die dritte bei Sonnenuntergang eingenommen wurde.

Hat man in einem Hause Überfluß an Speisen, so ladet man auch die Nachbarhäuser ein. Ein besuchender Indianer wird sehr gastfrei aufgenommen. Er braucht nicht fortzugehen, ohne Maisbier oder Essen erhalten zu haben. In den Chanédörfern am Rio Parapiti setzten mir die Indianer, wenn ich zu ihnen zu Besuch kam, immer eine Schüssel mit süßen Kartoffeln vor.

Die Chanés essen keine Esel, Maulesel, Pferde, Hunde, Füchse, Geier oder Affen. Dagegen werden Puma und Jaguar für eßbar gehalten.

Wenn die Frauen in den Dörfern nicht zu kochen, zu brauen oder ihre Kleinen zu warten haben, sind sie doch immer fleißig. Wenigstens die älteren unter ihnen sieht man beinahe niemals ohne Beschäftigung. Sie spinnen, machen Tongefäße, weben. Ich habe diese Frauen schätzen gelernt, ich habe ihre liebevolle Fürsorge für die Kinder, ihren Fleiß, ihre Pflege des Heims, ihre Geschicklichkeit und ihren Geschmack bewundert.

Spiele.

Manchmal sieht man die Männer spielen. Das gewöhnlichste Spiel ist jetzt taba, das mit dem Sprungbein einer Kuh gespielt wird und das diese Indianer in den Zuckerfabriken gelernt haben. Auch Würfelspiele sind dort nicht ungewöhnlich. Die Regeln für diese scheinen ihre eigenen, oder vielmehr den Weißen nachgeahmte zu sein.

„Daro“, wie die Chiriguanos das Würfelspiel nach dem Spanischen nennen, wird von zwei Personen mit von ihnen selbst verfertigten Würfeln gespielt. In Tihuïpa habe ich folgende Regeln für dieses Spiel ([Abb. 93]) aufgezeichnet.

Abb. 93. Spielregel für „Daro“. Chiriguano. Tihuïpa.

Alle übrigen Kombinationen sind = 0. Wer zuerst zehn Striche hat, gewinnt. Die Striche werden auf dem Fußboden markiert.