Abb. 109. Kämme zum Kämmen des Haares, nicht zur Befestigung in dasselbe.
A. von den Chanés. B, C, D von den Chiriguanos.
Im Thurn[73] berichtet, daß die Indianer in Guayana sofort nach dem Essen baden, ohne daß ihnen dies schlecht bekommt. Dasselbe habe ich hier oft beobachtet.
Den Kopf schampunieren die Chiriguanos und verschiedene Chanés mit den Samen von „nyantéra“, die sie mahlen. Zu demselben Zweck benutzen die Chanés am Rio Parapiti die Rinde des Mistol, „yúag“. Auch die Nägel, und nicht zum wenigsten die Zehennägel, werden sauber gepflegt. Zum Kämmen wenden sie in Holz geschnittene oder aus Rohrstäbchen zusammengebundene Kämme an.
Ihre Bedürfnisse verrichten die Chanés und Chiriguanos niemals ganz nahe den Hütten. Besondere Abtritte habe ich aber niemals bei irgend welchen Indianern, und auch nicht bei vielen Weißen in Bolivia, gesehen.
Die Chanés und Chiriguanos gehen mit ihren Kleidern sehr sorgfältig um. Sie halten sie rein und flicken sie, wenn es nötig ist. Jedes Geschlecht wäscht und flickt seine Sachen selbst. Der Mann näht hier vollkommen ebenso gut wie die Frau.
Ich habe hier von dem Alltagsleben bei diesen Indianern gesprochen. Nun will ich die wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben, in ihrem Gemeinwesen, ihre Feste, ihre Industrie usw. schildern, um zuletzt zu ihren Sagen und ihrer Religion überzugehen.
[57] Annua de la Compañia de Jesus. — Tucuman y Perú — 1596. Relaciones geográficas de Indias. Madrid 1885. Tomo II. S. CIV.
[58] Viedma: l. c.
[59] Die Frauen fischen in der Regel in seichtem, die Männer in tiefem Wasser.
[60] Nehmen manchmal an der Zubereitung der Jagdbeute teil.