„Nein, es ist niemand da, und wie soll ich, die ich blind bin, Wasser holen können, ich falle ja“, sagte Inómu.

Yahuéte ging zur Tränke. Als er dorthin kam, schlug Tatutunpa mit der Keule, um ihn zu töten, traf aber nur den trocknen Kopf und Yahuéte sprang davon. Tatutunpa folgte ihm. Als Yahuéte sich verfolgt sah, verbarg er sich unter dem „tiru“ ([S. 200] erwähnte Frauentracht) des Mondes.

„Wo ist Yahuéte?“ fragte Tatutunpa.

„Das weiß ich nicht“, antwortete die Frau (d. h. der Mond). Das war die erste Lüge.

„Er ist unter deiner ‚tiru‘ verborgen“, sagte Tatutunpa und ging weiter.

Der Mond rief ihm da nach. „Yahuéte frißt mich auf.“

Tatutunpa ging zurück, um ihm zu helfen. Er sagte da, es sei nicht wahr. Tatutunpa ging wieder weiter. Er rief nun wieder: „Yahuéte frißt mich auf.“ Als Tatutunpa zurückkam, sagte er, es sei unwahr. Tatutunpa ging wieder weiter. Wieder rief der Mond, Yahuéte wolle ihn auffressen. Tatutunpa kehrte aber nicht mehr zurück. Nun war Yahuéte wirklich im Begriff, ihn zu fressen.

Als Tatutunpa zu seiner Mutter zurückkehrte, sagte er, er werde dafür sorgen, daß sie wieder sehen könne. Aus Taubenschmutz und Ton machte er Augen und setzte sie in ihre leeren Augenhöhlen. Inómu rieb sich die Augen, öffnete sie und konnte wieder sehen. Tatutunpa führte nun seine Mutter nach Hause.

Batirayu hat mir dieselbe Sage mit einer langen Einleitung erzählt, die in Yambásis Erzählung fehlt. Diese Einleitung will ich hier wiedergeben.

Es war einmal ein großes Trinkgelage. Dort waren viele Vögel versammelt. Der Häuptling befahl Aguaratunpa, ein Mädchen Inómu, die in einem Nachbardorfe war, zu holen, damit sie auch mit ihnen trinke. Aguaratunpa ging. Als er ins Haus des Mädchens kam, traf er ihren Vater.