Abb. 129. Tongefäß. Chiriguano. Caipipendi. ⅕.

Chiquéritunpas Sohn schlug seinem Schwager ein Spiel vor.

„Was für ein Spiel?“ sagte er. „Wir wollen das Haus wegrücken“, sagte Chiquéritunpas Sohn und versetzte es mit einem Arm. Mit seiner ganzen Stärke rückte der Mann das Haus weg. „Nun wollen wir das Pferd wieder lebendig machen“, sagte Chiquéritunpas Sohn und hob die Beine des Pferdes, auf welchem der Mann gekommen war, hoch. Es verwandelte sich in ein sehr fettes Pferd mit feuersprühendem Mund. Auch dies machte der Mann nach.

Am folgenden Tag schlug der Mann seinem Schwager, Chiquéritunpas Sohn, ein Spiel vor. „Was wollen wir spielen?“ sagte er. „Wir wollen die Sonne herunternehmen“, sagte der Mann. Mit einer langen Rute aus Chuchio nahm er die Sonne herunter. Es wurde nun so warm, daß sowohl Chiquéritunpa wie sein Sohn davonliefen. Am folgenden Tag wurde der Mann Häuptling.

Derjenige, der von den Mädchen Prügel bekommen hatte, denen er ihre Kleider geraubt hatte, blieb bei der Schwester Chiquéritunpas. Eines Tages sagte sie zu ihm, er solle nach einem großen See gehen. Dort solle er tauchen und eine Handvoll Sand heraufholen. Diesen Sand solle er in das Haus legen. Er ging nun zum See, tauchte und holte eine Handvoll Sand herauf, den er ins Haus legte. Am folgenden Tage sagte die Schwester von Chiquéritunpa: „Sieh nun nach, was aus dem Sande geworden ist!“ An Stelle des Sandes fand er ein hübsches Weib. „Dies soll deine Frau sein“, sagte Chiquéritunpas Schwester.

Am Tage pflegte er mit ihr am See zu baden. Dort spielte er mit ihr, liebkoste sie und im Bade bespritzten sie sich mit Wasser.

„Bade nicht mit ihr so viel am See. Denke daran, daß sie nur aus Sand gemacht ist“, sagte Chiquéritunpas Schwester.

Er hörte nicht auf sie, sondern spielte und koste mit ihr unten am Seeufer. Eines Tages, als er mit ihr spielte, wurde sie immer schmaler, bis sie sich zuletzt in einen Haufen Sand verwandelte. Weinend ging der Mann zur Schwester Chiquéritunpas. Hayma opama! (Und mehr war es nicht).

Diese Sage ist, wie wir sehen, nicht frei von europäischen Elementen. In ihren Hauptzügen ist sie jedoch rein indianisch. Keine der von mir hier mitgeteilten Sagen scheint mir so phantasiereich, wie diese.