Spaß macht es, zu sehen wie die Indianer nachrechnen, wer die meisten Stäbchen erhalten hat. Jeder teilt seine Stäbchen in Haufen von je zwei. Der eine nimmt nun einen Haufen fort, der andere einen entsprechenden usw., bis nur noch einer Stäbchen hat. Diese Subtraktionsmethode ist natürlich sehr primitiv.

Fragt man einen Choroti oder Ashluslay nach einem Zahlwort, so kann er es nur bis drei mit Sicherheit sagen. Es gibt zwar Worte für die höheren Zahlen, wenigstens bis zehn, er kennt sie aber nicht alle. Der Indianer zeigt mit den Fingern die Zahl, die er angeben will. Die Zehen werden nur zu Hilfe genommen, wenn er viele sagen will.

Ist die Kinderzeit des Indianers zu Ende, dann beginnt das zweite Kapitel in seinem Leben. Dies ist dem Geschlechtsleben gewidmet.

Nach dem Spiel kommt die freie Liebe.

Männer und Frauen.

Das Geschlechtsleben hat schon für das Indianerkind von sechs, sieben Jahren keine Geheimnisse mehr. Es hat dann schon alles gesehen. Ein geschlechtlicher Verkehr nicht mannbarer Kinder soll gleichwohl nicht vorkommen, auch werden die Mädchen vor ihrer ersten Menstruation von den Müttern gehütet.

Bei den Ashluslays wird diese mit Tanz gefeiert. Um das Mädchen, das mit bedecktem Gesicht dasteht, tanzen die älteren Frauen mit Stöcken in der Hand, an die Klappern aus Tierklauen gebunden sind, während die Männer mit Kalebassen voll harter Körner den Takt dazu schlagen. Bei den Chorotis kenne ich einen solchen Brauch nicht.

Während der folgenden Menstruationen nehmen die Frauen ungeniert am Tanze teil und werden in keiner Weise als unrein betrachtet.

Die von allen Choroti- und Ashluslaymännern, manchen Chorotifrauen, aber keinen Ashluslayfrauen getragenen Ohrenklötze haben mit dem Eintritt der Mannbarkeit nichts zu tun. Die Ashluslays durchbohren die Ohren der Kinder, wenn diese drei bis vier Jahre, die Chorotis wenn sie sieben bis zehn Jahre alt sind. In demselben Alter werden auch die Ohren der Mädchen durchbohrt.

Der Vater sticht mit einem Kaktusdorn seinen Kindern Ohrlöcher ein.