Wenn wir nun zunächst das zweite der oben erwähnten Probleme aufnehmen, müssen wir sogleich auf die rein historische Betrachtungsweise verzichten; für diese sei der Leser auf Bücher wie die von Conway, Grimm, Roskoff, Gener verwiesen, unter denen insbesondere das letzterwähnte durch seine Reichhaltigkeit und gründliche philosophische Fundierung hervorragt. Ein kurzer Auszug aus einigen der wichtigsten historischen Angaben ist jedoch für unsere Orientierung unerläßlich. Der erste Punkt, auf den hier Gewicht gelegt werden muß, ist die Tatsache, daß die Teufelsidee in der genauen Bedeutung des Wortes ausschließlich dem Christentum angehört, da die früheren Angaben nur das bloße Material bilden, aus welchem die eigentliche Vorstellung geformt wurde; für unser Problem müssen wir also kurz die Art dieses früheren Materials erörtern.

Die Vorstellung von bösen, übernatürlichen Kräften ist, obwohl nicht überall verbreitet, doch unter den wilden Völkern[328] sehr häufig und war es auch unter den Kulturvölkern des Altertums; überprüft man aber die einzelnen Zeugnisse genauer, so fällt es auf, daß die betreffenden Kräfte nur äußerst selten als rein böse vorgestellt wurden. Fast die einzige Ausnahme ist der persische Ahriman, wie er in der Zend-Avesta (Vedida-Abschnitt) geschildert wird. Man kann deshalb behaupten, daß vor dem Christentum keine scharfumrissene Vorstellung von einem übernatürlichen Wesen, dessen Beruf das Böse war, existierte. Der brahmanische Vritra, der buddhistische Siva, der ägyptische Set (oder Typhon), der griechische Pan, der germanische Loki waren alle zweifellos Götter, die nicht nur versöhnt, sondern auch verehrt werden mußten, und sie alle waren grundsätzlich verschieden von dem Teufel des Mittelalters. Griechenland war, wie nach seinen anderen herrlichen Eigenschaften zu erwarten stand, ausgezeichnet durch die geringe Rolle, welche die Angstgefühle in seiner Theologie spielten. Auf den ersten Blick scheint das Judentum dem Hellenismus in bezug auf die geringe Entwicklung der bösen Wesen in seiner Theologie zu gleichen, aber die Gründe waren in beiden Fällen ganz verschieden. Es ist dabei die bezeichnende Tatsache festzuhalten, daß gleichzeitig mit der Entwicklung der Satanvorstellung, welche dem babylonischen Exile folgte und entweder durch den persischen Ahriman oder, was Robertson[329] für wahrscheinlicher hält, durch den babylonischen Ziegengott beeinflußt war, der Charakter der Yahweh-Idee wechselte und sich der modernen Vorstellung einer wohltätigen Gottheit weit mehr näherte. In der früheren Geschichte der Juden waren in Yahweh die Eigenschaften sowohl von Gott wie vom Teufel miteinander verbunden und alles, Böses wie Gutes stammte ohne Zwischenglied von ihm. M. Graf[330] sagt darüber: »Man braucht nur einigermaßen auf das Wesen Jehovas zu achten, um sogleich gewahr zu werden, daß neben einem solchen Gotte für einen Teufel wenig Platz übrig ist.« Conway[331] bemerkt im selben Sinne: »Die Juden hatten ursprünglich keinen Teufel, ebensowenig wie irgend ein anderes Volk und dies aus dem offensichtlichen Grunde, weil ihr sogenannter Gott zu jedem moralischen Übel für fähig galt, für das ein Urheber gefunden werden sollte« und Gener[332] sagt von dem jüdischen Gotte: »Il est dieu et diable à la fois; mais plus fréquemment il est diable.«

Das Beispiel des Judentums ist besonders lehrreich, weil es zur Lösung der Streitfrage beiträgt, ob die Vorstellung des Teufels eine selbständige Entstehungsgeschichte besitzt, wie es die Theologie behauptet, oder das Resultat jenes mythologischen Prozesses ist, den wir als Auseinanderlegung kennen, wobei verschiedene Eigenschaften einer ursprünglich einheitlichen Persönlichkeit mit einer selbständigen Existenz begabt werden, so daß mehrere verschiedene Persönlichkeiten in Erscheinung treten. Die Tatsache allein, daß die Scheidung der Vorstellung von Gott und Teufel ein späteres Stadium der Kulturentwicklung bezeichnet und der ursprünglichen Auffassung, daß übernatürliche Wesen zu gleicher Zeit gut und böse sind, nachfolgt, spricht nachdrücklich zu Gunsten der letzteren Hypothese und dies wird durch das Beispiel des Judentums erheblich verstärkt. Nach einer detaillierten Darstellung dieses Sachverhaltes erörtert Gener[333] die Frage, ob Satan 1. einen der degradierten Götter der benachbarten Stämme nach der Besiegung durch Yahweh, 2. den Hazazel des Levitikus oder 3. einfach eine abgetrennte Emanation Yahwehs selbst, nach seinen eigenen Worten ein »dédoublement« darstellt. Er entscheidet sich zu Gunsten der letzten Anschauung, welche offenbar die richtige ist, was nicht nur durch die ganze Entwicklungsgeschichte Yahwehs, sondern auch durch Satans eigenes Benehmen bewiesen wird; im Buche Hiob erscheint er als der treue Diener Yahwehs, als eine Art intelligenter Detektiv, der die Leute erprobt und ihre Schwächen ausfindig macht. Conway[334] ist derselben Meinung, sogar bezüglich des erheblich anders gearteten Teufels des Neuen Testaments: »Die Schilderungen des Teufels in der Bibel sind in der Hauptsache von den alten Schilderungen der Elohim und Jehovas in seinem elohistischen Charakter geborgt.«

Dieser Schluß wird durch die Betrachtung der Etymologie des Wortes Teufel (altdeutsch Tuivel, englisch devil, französisch diable) unterstützt. Wie das verwandte griechische »diabolos«, geht es im letzten Grunde auf die Ur-Wurzel D Y V zurück, die wir im Sanskrit in zwei Formen antreffen, div und dyu, deren anfängliche Bedeutung »zünden« war. Von der ersten kommt außer Teufel der germanische Tius, Tiwas oder Zio, der griechische theos, lateinisch deus oder divus, französisch dieu, cymrisch diw, lithauisch diewas, Zigeunersprache dewel, die alle »Gott« bedeuten; dasselbe Wort dewa bedeutet dem Brahmanen Gott und dem Perser und Parsen Teufel. Von der zweiten Form kommt das indische Djaos (der brahmanische Himmelsgott), das griechische Zeus (Z = Dj), lateinisch Jupiter, (altlateinisch Diovis). Dieselbe merkwürdige Polarität ist bei den unpersönlichen Worten zu konstatieren, die aus dieser Wurzel stammen: einerseits das lateinische »dies«, das keltische dis = Taggestirn, Sanskrit dyaos = Tag und anderseits das arische dhvan (wovon das griechische thanatos) = Tod, germanisch devan = sterben, arisch dvi = fürchten, griechisch deos = Schrecken. Ja sogar die eigentlichen Polaritätsausdrücke haben einen ähnlichen Ursprung. Das Sanskrit dva, lateinisch duo, englisch two, cymrisch deu bedeuten alle »zwei« (vgl. englisch double = zweifach mit althochdeutsch deudel = Teufel). Auch das Wort »Zeugen« soll aus derselben Quelle stammen, während das griechische dys ebenso sehr entzwei wie böse bedeutet.[335]

Die Zunahme des Christentums brachte der Teufelsidee neue Nahrung, da sie die einzig mögliche Erklärung für das noch immer in der Welt verbreitete Böse war. Dies war auch als Folge des vom Christentum geforderten Verzichtes auf die sündige Weltlust unvermeidlich. Ein solcher Verzicht wurde von manchen Sekten viel weiter getrieben als von der Mutterkirche und diese entwickelten die Teufelsidee auch in einem entsprechend höheren Grade. Viele der alten Gnostiker hatten an ein Wesen geglaubt, in dem die guten und bösen Eigenschaften gemischt waren, nämlich an den Demiurgos, den Weltschöpfer und Feind Christi, und unter dem Einflusse der degenerierten Form von Zoroasters Lehre, wie sie von dem Perser Mani im 3. Jahrhundert gelehrt wurde, hatten die Manichäer diese Idee zu einem vollständigen System ausgebaut. Darin galt die ganze Natur, alle Tiere, alle weltlichen Gelüste als des Teufels Reich. Um das 11. Jahrhundert ging diese Sekte und andere in dem Konglomerat auf, das unter dem Namen »Katharer« bekannt ist, nach dem Kater, in dessen Gestalt sie Luzifer anzubeten pflegten; auch die Albigenser legten großes Gewicht auf die Sündigkeit der Natur. Diese Umstände hatten auf die katholische Kirche doppelten Einfluß. Einmal drangen diese Lehren in ihren Körper ein und verstärkten den ursprünglichen Glauben an die notwendige Sündhaftigkeit weltlicher Wünsche ungemein, so daß die Auffassung des Begriffes Sünde ein nie vorher oder nachher gekanntes Maß erreichte. Auf der anderen Seite benutzte sie planmäßig die Teufelsidee als kräftige Waffe im Kampf gegen alle Ketzereien, welche sie als vom Teufel stammend erklärte.

Diese Waffe brauchte die Kirche schon in ihrem Kampfe gegen die nichtchristlichen Religionen. St. Paul selbst (1 Kor. X. 20) hatte erklärt, die heidnischen Götter seien nichts als Dämonen, und die Kirche wandte diese Lehre mit gewissenhaften Details auf einen Gott nach dem anderen aus den klassischen und heidnischen Theologien an. Bald stellte es sich jedoch heraus, daß es unmöglich sei, auf diesem einfachen Wege zu beharren, und man entschloß sich — offiziell der erste war Papst Gregor I. im Jahre 601 — auf der Basis der berühmten »Verschmelzungstheorie« zu einer gründlichen Verschmelzung und Durchdringung des Christentums mit anderen Religionen. Die Feste, Kulte und persönlichen Attribute der fremden Gottheiten wurden unter die christlichen verteilt, wobei einige an Christus, Gott, Maria und die zahlreichen Heiligen fielen, andere an den Teufel und sein Gefolge.[336]

Infolgedessen stammen die physischen und geistigen Eigenschaften des mittelalterlichen Teufels aus den allerverschiedensten außerchristlichen Quellen. Es seien nur einige Beispiele genannt[337]: Wie Pan, die Personifikation der Natur, vereinigte er menschliche und tierische Eigenschaften, lebte an einsamen Orten oder in Höhlen und erschreckte die Menschen plötzlich (Panik, panischer Schrecken); seinen ziegenähnlichen Körper, die gespaltenen Hufe und den Schweif erbte er von Pan und den anderen Satyren, von den germanischen Waldgeistern und dem Thor geweihten Bocke. Von Thor kam auch sein roter Bart, seine Gewohnheit, Brücken zu bauen, und sein übler Geruch; die letztgenannte Eigenschaft hängt sowohl mit der Vorstellung als Ziege wie mit dem Schwefelgeruch, den ein Donnerwetter hinterläßt, zusammen, so wie auch einer von seinen Beinamen »Hammer«[338] von Thors Blitzhammer her genommen war. Wie Zeus und Wotan hatte er besondere Herrschaft über das Wetter und dem letzteren schuldet er seinen Pferdefuß und den Raben als geweihtes Tier. Wie Wotan eilte er in einer Nachtfahrt dahin und entführte die Leute als wilder Jäger; bei solchen Anlässen trug er meist Wotans Gewand, entweder einen grauen Mantel und einen breitkrempigen Hut tief in die Stirne gedrückt oder einen grünen Rock mit einer Feder auf dem Hut. Beide, der Teufel und Wotan, galten als Erfinder des Würfelspiels, das später durch die Karten ersetzt wurde, und bis heute sind im puritanischen England die Karten unter dem Namen: »Das Spiel des Teufels« bekannt. Wie Wotan war er auch ein kunstvoller Schmied und Baumeister und sein altdeutscher Name war der des Schmiedes Voland oder Wieland (Englisch Weyland, unser modernes St. Valentin), der von Wotan abstammte. Der Teufel wird oft hinkend abgebildet, eine Eigenschaft, die mit der letztgenannten in einem merkwürdigen Zusammenhang steht. Nicht nur der deutsche Schmied Wieland (= Wotan) hinkte, sondern ebenso der griechische Hephaistos (Vulkan), der von Zeus aus dem Himmel geworfen wurde, wie der persische Teufel Aeshma (der biblische Asmodeus); einer der beiden Böcke, die Thors Wagen zogen, hinkte ebenfalls, ebenso wie das Pferd, das Baldur trug. Wie Loki, der böse Feuergott, wurde der Teufel von den Göttern gefesselt und mußte den Tag der Befreiung erwarten. Seine schwarze Farbe stammt von Saturn, der wie Simrock[339] sagt, mit Loki identifiziert wurde und vom indischen Vritra, dem Gott der Finsternis. Die Fackel unter seinem Schwanz ist den römischen Bacchanalien entnommen.[340] In früheren Zeiten erschien der Teufel den Christen tatsächlich in der Gestalt klassischer Götter: so erschien er im 4. Jahrhundert St. Martin manchmal in Jupiters Gestalt, manchmal als Venus oder Minerva; diese Formen finden sich sogar noch im 12. Jahrhundert.

Wenn wir uns nun fragen, warum der Teufelsglaube im Mittelalter so um sich griff, so ist die Antwort offenbar in den besonderen sozialen und religiösen Bedingungen jener Periode zu suchen; doch sind alle hier maßgebenden Faktoren so untereinander verwickelt, daß nur die ganz allgemein wirkenden hier erwähnt werden können. Als Beispiele dieser Verwicklung sei der in letzter Zeit geführte Nachweis erwähnt, daß so weit entfernt liegende Tatsachen wie das neueingeführte Banksystem[341] und die Verbesserung der Städte-Architektur[342] indirekt einen erheblichen Einfluß ausübten. Doch kann kein Zweifel bestehen, daß der Hauptantrieb von der Kirche selbst kam. Durch das Ausbleiben der von ihr prophezeiten Ereignisse (Weltende im Jahre 1000 und mehreres dieser Art) und durch Skandale[343] im Innern in ihrer Existenz diskreditiert, durch mächtige Ketzersekten[344] bedroht, von politischen und religiösen Spaltungen zerrissen, war sie im 12. Jahrhundert in einer Lage, die sie zu den verzweifeltsten Mitteln zwang. Es war ein bequemer Ausweg, alle ihre Schwierigkeiten durch die Tätigkeit des Teufels zu erklären und so dem Volke Furcht einzujagen. Dieses befand sich damals im Zustand des entsetzlichsten Elends; die Verheerung durch Krieg[345] und Seuchen[346] und das drückende Gefühl der Sündhaftigkeit, von dem jeder einzelne erfüllt war, ließen alle zur leichten Beute für die Lehren der Kirche werden. Ja diese wirkten über ihren Zweck hinaus, denn das Volk, welches durch die offensichtliche Unfähigkeit Gottes und der Kirche, dem Elend Abhilfe zu schaffen, in Verzweiflung gestürzt worden war, nahm die Lehre von den wunderbaren Kräften des Teufels gierig auf und flüchtete sich zu ihm; wahrscheinlich war es die Bestimmtheit der Abmachungen in den bekannten Teufelspakten, die eine größere Anziehungskraft ausübte als die endlosen und unwirksamen Gebete zu Gott. Die Ausdehnung des Glaubens an den Einfluß des Teufels, selbst bei den trivialsten Ereignissen war so groß, daß man Berichte aus jener Zeit nicht lesen kann, ohne zu denken, daß Europa von einer Massenzwangsneurose heimgesucht wurde; die Arten seiner Einwirkung waren so zahlreich, daß sie nach Wier[347] unter 44.435.556 Unterteufel aufgeteilt werden mußten, und ein einziges Weib, Johanna Seiler, wurde gar von nicht weniger als 100 Millionen Teufel durch Exorzismus befreit[348].

Der bedeutendste Faktor war jedenfalls die nachdrückliche Verdrängung weltlicher Wünsche und Begierden, die von der Kirche gefordert wurde und die den Ausbruch nach anderen Richtungen zur Folge haben mußte. Ein gutes Beispiel hiefür liefert das Verhalten der Kirche gegen die Wißbegierde, welche sie, wie wohlbekannt vom Gipfel bis zur Wurzel verwarf und beinahe als Quelle alles Bösen auffaßte. Der unterdrückte Wissenstrieb nahm infolgedessen niemals so bizarre Formen an wie im Mittelalter, mit seiner leidenschaftlichen Suche nach dem Stein der Weisen, dem elixir vitae und dem absoluten Lösungsmittel, mit seiner Hingabe an Astrologie und Alchemie und seinem Interesse an magischen Prozeduren aller Art; wir finden hier den für die Zwangsneurose charakteristischen Glauben an die »Allmacht der Gedanken«[349] seinen höchsten Punkt erreichen. Diese Wißbegierde wurde mit der Vorstellung vom Teufel aufs innigste verknüpft, was ja auch von der Kirche förmlich gelehrt wurde, und der Anfang der Hexenepidemie war die Verfolgung von Zauberern. Ungewöhnliches Wissen wurde ohne weiteres als Folge eines Teufelspaktes betrachtet und war z. B. der Grund, der den Papst Sylvester II. im 10. Jahrhundert dessen verdächtig machte.

Diese Unterdrückungstendenz der Kirche traf natürlich vor allem die sexuellen Impulse. Die Sexualverdrängung hat zu verschiedenen Zeiten verschiedene Formen angenommen, das ist eine kulturhistorisch höchst bedeutsame Tatsache. In dem vergangenen Jahrhundert z. B. scheint sie vor allem gegen exhibitionistische Tendenzen gerichtet gewesen zu sein, mit einer deutlichen Ausdehnung auf die exkrementellen Funktionen; die Sexualität wird daher heute eher »schamlos« oder »abstoßend« als »sündhaft« gefunden. Im frühen Mittelalter war die Verdrängung gegen die Sexualbetätigung im allgemeinen, die an und für sich als sündhaft galt, und im besonderen mit ganzer Kraft gegen den Inzest gerichtet[350]; dies ist um so verständlicher, weil christliche Theologie im weiten Maße die Glorifizierung einer Inzestmythe[351] ist. Hand in Hand damit scheint aber infolge der Schwierigkeiten der Ehe, welche die besonderen sozialen und ökonomischen Verhältnisse mit sich brachten[352], infolge der geringen Bevölkerungsdichte und der Häufigkeit des Zölibats aus religiösen Motiven, der Inzest in dieser Epoche ungewöhnlich häufig vorgekommen zu sein.[353] Wenn daher, wie hier behauptet wird, die Teufelsidee vor allem ein Inzestsymbol darstellt, so war sie für die Bedürfnisse des Zeitalters sehr geeignet und die Tatsache, daß die Teufelsanbetung eine Karikatur des christlichen Gottesdienstes war, erhält vermehrte Bedeutung. Es ist besonders bemerkenswert, daß das Hauptverbrechen, das beim Hexensabbat verübt wurde, der Inzest war. Michelet[354] schreibt darüber: »Selon ces auteurs (De Lancre etc.) .... le but principal du sabbat, la leçon, la doctrine expresse de Satan, c’est l’inceste.«