Das Eichhorn arbeitete sich mehr und mehr in einen Anfall von närrischer Neugier hinein. Ein Stück Baumrinde hatte es gerade auf Vixens Kopf geworfen, seine Liste von gemeinen Schimpfworten hatte es aufgebraucht und sie bereits wiederholt, aber auf nichts eine Antwort erhalten. Nachdem es noch einige Male die Lichtung gekreuzt hatte, wagte es sich in die nächste Nähe der in Wirklichkeit lauernden Füchsin, die sofort aufsprang und das dumme Eichhorn im Nu beim Genick packte.

Und die Kleinen knabberten die Knochen, oh!

So wurden nach und nach die Anfangsgründe zur Erziehung der Jungen gelegt, und als sie stärker wurden, nahm man sie weiter hinaus und begann die höhere Unterweisung im Fährtensuchen und Fährtenfinden.

Jedes Wesen hat eine besondere Art zu jagen; denn ein jedes Tier hat irgendeine große Stärke, sonst könnte es nicht leben, und irgendeine große Schwäche, sonst könnten die anderen nicht leben. Des Eichhorns Schwäche ist alberne Neugier, die des Fuchses, daß er keinen Baum ersteigen kann. Die Erziehung der kleinen Füchse war auf dem Grundsatze aufgebaut, sich die Schwächen anderer Tiere zunutze zu machen oder ihre Stärke durch Schlauheit zu überbieten.

Von ihren Eltern lernten sie die Hauptlehrsätze der Fuchsweisheit. Das Wie ist nicht so leicht zu erklären, aber daß sie diese unter der Leitung der Alten lernten, bewiesen sie bald. Folgendes sind einige Regeln, die sie den Füchsen beibrachten und die ich ihnen ablauschte:

»Schlafe niemals auf deiner Fährte!

Deine Nase sitzt vor den Augen, darum traue ihr zuerst!

Nur ein Narr läuft mit dem Wind!

Ein laufender Bach heilt manch Ungemach!