Der Mustang lebte nicht weit von Lobos Gefilden, anfangs der neunziger Jahre. Seine Geschichte ist genau so wiedergegeben, wie sie verlief, nur über das Ende sind die Meinungen geteilt, denn einige behaupten, der Mustang habe das Genick gebrochen, als man ihn gefangen auf eine Farm brachte. Tom Truthahnspur weilt im Jenseits, kann also die Streitfrage nicht mehr schlichten.
Wullys Lebensgeschichte ist, genau genommen, die zweier Hunde; beide waren Mischlinge mit etwas Collieblut und wurden als Schäferhunde erzogen. Wullys Jugend verlief genau so, wie es der erste Teil seiner Biographie erzählt, während der zweite Teil tatsächlich das Leben eines anderen Hundes schildert – ein treuer Schäferhund am Tage, ein blutdürstiger Wüterich der Nacht. Derartiges ist weniger selten, als man vermutet. Während ich diese Geschichten schrieb, erfuhr ich von verschiedenen anderen Schäferhunden, die ein gleiches Doppelleben wie Wully führten, und fast in jedem Falle war es ein Collie.
Rotkrause lebte im Don-Tal, nördlich von Toronto, und viele meiner Bekannten werden sich seiner noch erinnern. Er wurde 1889 von einem rohen Gesellen getötet, dessen wahren Namen ich nicht veröffentlicht habe, da ich mehr eine gewisse Sorte Menschen, als den einzelnen, bloßstellen wollte.
Silberfleck, Zottelohr und Vixen haben ebenfalls gelebt, und obwohl ich die Abenteuer verschiedener ihrer Genossen in diesen Biographien vereint habe, ist jede Begebenheit aus dem Leben gegriffen.
Die Tatsache, daß die Geschichten wahr sind, ist zugleich der Grund für das tragische Ende einer jeden.
Eine Sammlung, wie die vorliegende, bringt naturgemäß stets eine Nutzanwendung, und zweifellos wird jeder Leser eine Moral nach seinem Empfinden und seinem Geschmack darin finden; aber ich hoffe, daß einige eine Lehre, so alt wie die Bibel, herauslesen werden – die Lehre, daß wir und die Tiere eines Stammes sind. Dem Menschen ist nichts eigen, wovon das Tier nicht wenigstens eine Spur in sich trüge, und die Tiere haben keine Gewohnheit und keine Eigenschaft, die der Mensch nicht bis zu einem gewissen Grade teilte.
Wenn demnach die Tiere erschöpft sind, deren Wünsche und Gefühle nur in der Art des Ausdrucks und des Wertes sich von den unseren unterscheiden, so haben sie sicher auch Rechte und wir Verpflichtungen ihnen gegenüber. Die alte Tatsache, die man endlich in der gebildeten Welt anzuerkennen beginnt, wurde schon von Moses ausgesprochen und bereits vor zweitausend Jahren von Buddha gelehrt.
Dieses Buch entstand unter der tätigen Mithilfe meiner Gattin, Grace Gallatin Thompson Seton, der besonders für die einheitliche Ausstattung, für die Zeichnung des Titels und Umschlags und für die literarische Durchsicht Dank gebührt.
Neuyork, am 31. Dezember 1899.
Ernest Thompson Seton.