»Sä sollen rohig bleiben, wo Sä sänd, ond Ähre Kleisterei erst fertig machen. Adiö!«
»Ganz gehorsamster Diener, Herr Direktor.«
Wilhelm Rumpf stieg nunmehr die Treppe wieder hinan und betrat die Regionen des Carcers.
Samuel Heinzerling tobte fürchterlich. Jetzt schien er auch die Klingel zu entdecken, denn in demselben Augenblicke, da Rumpf sich hinter einem gewaltigen Kleiderschranke der Pedellenfamilie barg, erscholl ein wüthendes Geläute, gell und schrill, wie das Kreischen empörter Wald- und Wasserteufel.
»Zo Hölfe!« stöhnte der Schulmann, – »zo Hölfe! Quaddler, äch bränge Sä von Amt ond Brod, wänn Sä nächt augenbläckläch heraufkommen! Zo Hölfe! Foier! Foier! Mord! Gewaltthat! Zo Hölfe!«
Der Pedell, durch das unausgesetzte Geklingel an seinen Beruf gemahnt, verließ seine Privatbeschäftigung und erschien auf der Vorflur des Gefängnisses. Der heimtückische Primaner schmiegte sich fester in sein Versteck. Samuel Heinzerling hatte sich erschöpft auf die Pritsche gesetzt. Sein Busen keuchte; seine Nasenflügel arbeiteten im Tempo eines rüstigen Blasebalgs.
»Herr Rumpf,« sagte Quaddler, indem er wie warnend wider die Thüre der Zelle pochte, »es wird Alles notirt!«
»Gott sei Dank, Quaddler, daß Sä da sänd! Öffnen Sä mär! Däser mäserable Kärl sperrt mäch här ein … Es äst hämmelschreiend!«
»Ich sage Ihnen, Herr Rumpf, die Späße werden Ihnen schlecht bekommen! Und daß Sie den Herrn Direktor einen miserablen Kerl nennen, das werd' ich mir besonders vermerken!«
»Aber Quaddler, sänd Sä denn verröckt?« eiferte Samuel im Tone der höchsten Entrüstung. »Zom Henker, äch sage Ähnen ja, daß der Rompf, der elende Gesälle, mäch här eingespärrt hat, als äch ähn besochen und ähm äns Gewässen räden wollte! Machen Sä jätzt keine Omstände. Öffnen Sä!«