»O, entschuldigen Sie … Gewiß, Ihr Kaffee … ist ganz ausgezeichnet … Meine Zerstreutheit …«

»Er ist zerstreut«, sagte Virginie sotto voce zu Laurentia. »Das läßt tief blicken!«

Der Fremde ergriff die Tasse, trank und verneigte sich alsdann mit jener einschmeichelnden Ritterlichkeit, die wir bereits an ihm schätzen gelernt haben.

»Meine Damen«, lächelte er in melodiösem Hochdeutsch, »ich habe die Ehre, mich allerseits ganz gehorsamst zu empfehlen.«

»Adieu!« riefen die Mädchen mit züchtigem Augenniederschlag.

»Auf Wiedersehen!« klang es vereinzelt von den thaufrischen Purpurlippen der schönen Asta.

Man erklärte unmittelbar nach dem Verschwinden des Unbekannten die Kaffee-Sitzung für aufgehoben und verfügte sich nach dem Garten, wo man paarweise promenirte.


»Virginie«, begann die aschblonde Laurentia nach einer langen Pause gedankenvollen Schweigens, »Du weißt, daß es nicht zu meinen Schwächen gehört, eitlen Einbildungen zu fröhnen …«

»Dergleichen Kindereien überlassen wir Anderen«, versetzte die vornehme Virginie.