»Pfui! hat sie das gesagt? Aber diesmal kann ich demungeachtet nicht dienen …«

»Sein Blick ist so geistvoll, so philosophisch«, seufzte Martha.

»Er ist ein Künstler, wie er im Buch steht! Ach, was gäb' ich darum, wenn ich Gewißheit hätte!«

»… Alles, was er sprach«, flüsterte Martha, »trug den Stempel einer tiefen, umfassenden Bildung.«

»Nun, nun«, versetzte Rosa, »spann mir die Seiten nicht zu hoch. Er hat ja kaum sechs Worte vom Stapel gelassen!«

Martha erröthete.

»Es ist wahr, er sprach wenig, aber was er sprach, beste Rosa, was er sprach …«

»Bezog sich auf die alte Barbara, den Kaffee und Fräulein Holger. Nein, Martha, Du mußt Dir und Andern nichts vorschwindeln. Er ist nett, sehr nett, aber daß er auch nur Ein besonders tiefsinniges Wort gesagt hätte … nein, das ist die pure Backfisch-Phantasie. Wozu auch? Die geistreichen Männer taugen alle nicht viel. Sie tyrannisiren uns, sie betrügen uns! Schön, stattlich, feurig muß der Mann sein, dem ich mein Herz und meine Hand schenke – aber geistreich? nein …!«

»Ach«, flüsterte Martha, »es ist doch so herrlich, dem Fluge kühner Ideen zu folgen, wie sie in der Seele eines Denkers reifen. – Es wäre mir unmöglich, auf Geist zu verzichten!«