»Ich lege mehr Werth auf ein flottes, leichtlebiges Wesen«, sagte Asta. »Genial muß er sein, ausgelassen, toll, kurz eine echte Künstlernatur! Künstler machen wenig Ansprüche, sie begnügen sich mit einem Teller Suppe, und schelten nicht, wenn sie versalzen ist. Just aus diesem Gesichtspunkte hat mir der Fremde imponirt. Er trug nur einen Handschuh; gewiß war der andere zerrissen. Ein Pedant würde hierüber außer sich gerathen: mein Künstler kehrte sich nicht daran!«

»Sagt einmal, Kinder«, begann Martha nach einer Pause … »glaubt Ihr … glaubt Ihr, daß ich dem Herrn Gelehrten ein wenig gefallen habe?«

»Möglich«, versetzte Rosa.

»I, keine Idee«, sagte Asta, »Du bist viel zu steif, zu altfränkisch. Du kannst ja nicht einmal lachen.«

»O, ich kann schon, aber ich finde es unschicklich, bei jeder Gelegenheit loszuplatzen, wie das so Deine Art ist.«

»Künstler lieben das!«

»Künstler?«

»Sie lieben das leidenschaftlich, sage ich Dir.«

»Wie heißt's doch bei Sophokles! – ›Es lacht der Narr, selbst wo es nichts zu lachen giebt.‹«