»Was treiben Sie jetzt?« sagte er mißtrauisch.
Ich rückte ostensibel mit dem Stuhle, erwiderte das Klopfen und sagte:
»Gerade war ich dabei, das berühmte Carmen des Horaz: »Odi profanum vulgus et arceo« ins Deutsche zu übersetzen.«
»Das ist recht von Ihnen«, erwiderte Quaddler.
Und nun klopfte er an die Zelle Wilhelm Rumpfs.
»Was machen Sie denn, Herr Rumpf?«
Keine Antwort.
»Herr Rumpf! Ich frage Sie, womit Sie beschäftigt sind?«
Grabesstille.
Jetzt drehte Quaddler den Schlüssel um. Welch ein Anblick bot sich seinen entsetzten Blicken! Das Gitter erbrochen, der Sträfling verschwunden, – hinaus aufs Dach und von da vielleicht vermittelst der traditionellen Leine, von welcher Herr Quaddler erst jüngst in einem spannenden Lieferungsroman gelesen, hinab auf den festen Grund der Erde! Wer weiß, vielleicht hatte Rumpf genau die Absicht, wie jener italienische Grafensohn, unter die kleinasiatischen Seeräuber zu gehen …! Und doch … Es war nicht zu begreifen …!