»Herr Rumpf! Herr Rumpf!« schrie Quaddler verzweifelnd, »wo sind Sie?«
Alles stille.
»Da muß ich doch gleich einmal in seine Wohnung gehen und nachsehen, ob er daheim ist.«
Und mit rasender Eile stürmte er die Treppe hinab.
Sofort stieg Rumpf auf dem Wege über das Dach in seine Zelle zurück. Die Gitter wurden ganz regelrecht mit allen vier Schrauben befestigt, und als ob nichts geschehen sei, vertieften wir uns in unsere Bücher. Die Messer aber verbargen wir der Vorsorge halber in unseren Stiefeln.
So verstrich eine halbe Stunde. Da ertönten Stimmen … Quaddler hatte sich richtig bei den Wirtsleuten, wo Wilhelm Rumpf zur Miete wohnte, erkundigt, und da man hier um den Verschwundenen nicht wußte, so war der biedere Pedell in seiner Verzweiflung zu dem angeheirateten Onkel gerannt, um diesen von dem Vorfall in Kenntnis zu setzen.
»Da, sehen Sie, geehrter Herr Rat,« sagte Quaddler bebend, indem er den Schlüssel umdrehte, »fort ist er!«
»Ei, guten Tag, lieber Onkel!« rief Wilhelm Rumpf mit rührender Naivität; »das ist aber schön, daß Du mich hier 'mal besuchst.«
Quaddler und der Herr Rat standen wie angewurzelt. Mehrere Minuten lang war keiner von ihnen fähig, ein Wort über die Lippen zu bringen.
»Aber das werde ich dem Herrn Direktor vermelden«, stammelte endlich Quaddler.