Das Wetter hat säch zom Argen gewendet: ύεῖ μὲν ό Ζεύς, wä der hellenäsche Lyräker sängt, ond auf den Straßen waltet des Kotes erdröckende Fölle. Beim Anbläck des grauen Gewölks habe äch eine Elegä än altklassäscher Form zo Papär gebracht, dä äch här beiföge …‹«
Samuel Heinzerling unterbrach sich und rückte die Brille zurecht.
»Ach, Herr Direktor«, rief die Prima wie aus einem Munde, als der Verfasser der Lateinischen Grammatik für den Schulgebrauch Miene machte, die Elegie zu überschlagen. »Ach, lesen Sie uns doch vor! Lassen Sie doch ja nichts aus, Herr Direktor! Gerade die Verse interessieren uns! Bitte, die Elegie!«
»Non goot, Sä sollen sä hören«, versetzte Samuel, augenscheinlich geschmeichelt. »Das Gedächt betätelt säch: ›Regenwetter‹ …
›Zörnend ronzelt dä Stärne der blätzomspälte Kronäon,
Ach, ond mät Regen begäßt rängs er das ganze Paräs.
Deshalb bleib' äch zo Haus. Zo Haus zo bleiben äst ratsam,
Wenn der erbätterte Zeus grollend das Wetter getröbt.
Morgen aber, wenn hold dä rosenfängräge Eos
Hebet am Hämmel das Haupt, heb' äch den hortägen Fooß,
Gehe zom gastlächen Haus des göttläch erhabenen Prättwätz,
Der mer als wackerer Mann sächer sein Xenion beut.‹«
»Bravo!« rief Wilhelm Rumpf, als Samuel Heinzerling geendet hatte.
»Enthalten Sä säch jeder Krätäk«, sagte der Schulmann ein wenig ungnädig.
»Aber, Herr Direktor, ich werde doch meinen Empfindungen noch Ausdruck verleihen dürfen …«
»Verschäben Sä den Ausdrock Ährer Empfändongen bäs zom Schlosse der Lehrstonde!«
»Wirklich, ganz ausgezeichnet!« sagte jetzt Hutzler halblaut zu seinem Nachbar.