»Hotzler, Sä gehn mer hänaus! Äch bän Ähre Dommheiten möde. Wä können Sä säch ein Orteil erlauben, Sä, der Sä nächt einmal ämstande sänd, einen Daktylos von einem Trochäos zo onterscheiden.«
»O, Herr Direktor …«
»Knebel, schreiben Sä mal äns Tagebooch: ›Hotzler, zom zweiten Male wegen läppäschen Benehmens getadelt.‹ Hotzler, äch wäderhole Ähnen, Sä gehn mer hänaus!«
Hutzler verließ das Lehrzimmer. Der Direktor fuhr fort:
»›Am säbzehnten Mai. Äch bän so erbättert, daß äch nor archäologäsche Jamben zo Papär brängen möchte! Däffäcele äst satäram non scräbere!
Am Värzehnten däses Monats machte äch mäch schon gegen neun Ohr auf … Nächt ohne eine gewässe Ängstlächkeit betrat äch dä Straße: ein fönfmaläges Mäßlängen äst wenäg geeignet, onser Vertrauen zo stärken.
Äch schrätt dorch dä Straße Vivienne nach dem Börsenplatze ond bog dann än dä Richelieustraße ein, wo äch mäch sehr vorsächtäg weiter bewegte. Schon hatte äch etwa dä Hälfte der Straße zoröckgelegt, als äch plötzläch einen Menschen bemerkte, der mät einer langen, speerartägen Stange drohende Gesten ausföhrte ond dabei so onzweideutäg seine Bläcke auf mäch heftete, daß äch kein Ödäpos zo sein brauchte, om zo erraten, wem däse Feindselägkeit gelten sollte.
Hatte der Mensch wärkläch Absächten auf mein Eigentom ond mein Leben? Offenbar gehörte er dem Arbeiterstande an, – ond was man von den Paräser Arbeitern zo halten hat, das weiß heutzotage ein jeder. Das Schäcksal der onglöcklächen Könägin Maräe Antoinette stand mät einem Male än forchtbarer Klarheit vor meiner Sääle …
Ond doch, wä war es denkbar, daß ein Mensch am hellen Tage auf dä geachtete Persönlächkeit eines deutschen Gymnasialdärektors frevelhafterweise ein Attentat wagen dorfte? Wämmelte es nächt rängs von Menschen? Freiläch bemerkte äch, daß jedermann dem Borschen mit der speerartägen Stange ängstläch auswäch. Er moßte also gefährläch sein … Ändessen, was konnte er mer anhaben? Auf offener Straße, fast onter den Augen zweier Poläzästen ond einer bewaffneten Schäldwache? Än dä Mätte der Straße auszobägen, schän mer gefährläch, der zahlreichen Fohrwerke halber: also köhn drauf los! Mot, Samoel! räf äch mer zo. Sollte der Mensch da än der Tat einen Frevel beabsächtägen, so werden dä Männer des Gesetzes alsbald dä Pläne eines wahnwätzägen Barräkadenmannes zo vereiteln wässen. Äch schrätt mannhaft vorwärts. Der Mensch mät dem Speer schwenkte ond gestäkolärte ämmer verdächtäger. Dabei stäß er seltsame Töne aus, dä wä ein fremdländäsches Krägsgebröll klangen. Sollte äch omkehren?
Äch räf mer eben ein neues Mot, Samoel! zo, als plötzläch von oben eine Flössägkeit öber mäch herklatschte, dä meinen Frack alsbald mät einer weißen, kalkartägen Kroste öberzog. Allmähläch gäng mär ein Lächt auf, ond auch Doktor Mouchard hat es mer nachträgläch bestätägt. Das Haus, vor dem der Mann mät der Stange auf- ond abläf, worde jost fräsch getöncht. Äch hatte den ehrsamen Arbeiter schmähläch verkannt!