Doktor Perner machte vergebliche Anstrengungen, die Ordnung wiederherzustellen. Gelles Geheul derjenigen, die in dem Tumult umgestoßen wurden und auf den Boden zu liegen kamen, mischte sich unter die Wehklagen Hutzlers, der sich nicht genug tun konnte in elegischen Ausrufen und Seufzern.
»Ach, was wird meine Mutter sagen! Das kommt davon, daß ich das so aufschnallen mußte. Hätte ich die Kissen ruhig anbehalten, dann wären sie nicht entzwei gegangen. Ach, und jetzt zieht es wieder, und die Federn kommen mir in den Hals. Herr Doktor, erlauben Sie mir, nach Hause zu gehen. Ich fühle mich sehr, sehr unwohl!«
»Gehen Sie!« rief Doktor Perner in ohnmächtigem Zorn.
Hutzler ließ sich die Sache nicht zweimal sagen. Hastig raffte er seine Kissen zusammen, ergriff den Strick an einem Ende und schritt majestätisch zur Tür hinaus, sein improvisiertes Halstuch wie eine Schlange hinter sich herziehend. Wir übrigen vergnügten uns den Rest der Stunde hindurch damit, daß wir die Flaumfedern, die rings durch das Zimmer wirbelten, geschickt in die Höhe bliesen, wodurch ein ununterbrochenes Schneegestöber entstand, das mir viel Spaß machte. Doktor Perner ließ in das Tagebuch einschreiben, es habe dem Hutzler in kindischer Weise gezogen; auch sei derselbe mit einem Strick um den Hals im Lehrzimmer erschienen und habe sich die frechsten Störungen erlaubt. Der Eintrag schloß mit dem Vermerk einer zweitägigen Karzerstrafe. Hutzler war indes klug genug, die nächsten acht Tage wegen Unwohlseins zu fehlen. Erst am folgenden Sonnabend kam er wieder, und am Dienstag darauf fragte ihn Doktor Perner, ob er die Strafe abgesessen habe.
»Ich?« sagte Hutzler erstaunt.
»Ja, Sie! Antworten Sie mir!«
»Aber, Herr Doktor, Sie haben mir die zwei Tage ja geschenkt!« entgegnete Hutzler, tief beleidigt.
»So? Davon weiß ich kein Wort!«
»Doch, Herr Doktor!« wagte ich jetzt schüchtern zu bemerken.
»Ja, Herr Doktor!« riefen zwei, drei Stimmen aus dem Hintergrunde. »Am vorigen Sonnabend haben Sie gesagt: Nun, für diesmal will ich es Ihnen noch erlassen, aber in Zukunft geht es Ihnen schlecht, das gebe ich Ihnen schriftlich!«