Da haben wir's! Das nächste Wort, summi, ist zwar ein ganz gewöhnliches, und ich weiß genau, daß ich die entsprechende griechische Vokabel mindestens hundertmal angewandt habe; jetzt aber, im entscheidenden Augenblicke vor den Schranken Doktor Samuel Heinzerlings, bin ich mit aller Kraft nicht imstande, die fluchwürdigen paar Silben aus meinem Gedächtnis heraufzubeschwören.

»Summi …,« sage ich, »ja, summi, das heißt … es kommt darauf an, wie man das hier auffaßt; nämlich insofern … summus kann verschiedenerlei bedeuten. Wenn wir z. B. sagen, summus mons, so ist das etwas anderes, als wenn wir sagen, summa cum laude …«

»Bleiben Sä bei der Sache; öbersätzen Sä sommä mit dem änzägen bezeichnenden grächäschen Wort ond lassen Sä alle Omschweife!«

»Also,« stammle ich, während mir der helle Angstschweiß auf die Stirne tritt, »summiCredo ego vos judices mirari, quid sit, quod cum tot summi …«

»Das Lateinäsche können wär ons sälbst lesen. Sä scheinen mer nächt recht zo wässen, was sommä auf Grächäsch heißt.«

»O gewiß, Herr Direktor; es fragt sich nur, ob wir das Wort hier figürlich auffassen, oder ob wir seine eigentliche Bedeutung …« (mit gedämpfter Stimme zum Nachbarn:) »Du, summi, Himmelkreuzdonnerwetter, lege mir doch Dein Heft hin!«

Mein Nachbar rührt sich nicht.

»Was haben Sä da eben zom Schwälble gesagt? Er soll's Ähnen wohl einflöstern? Korz ond böndig, wässen Sä, wä Sä sommä zu öbersätzen haben oder nächt?«

»Summi … natürlich … ich nehme das hier bildlich von den geistigen Eigenschaften.«