»Mein Onkel aus Havelberg ist angekommen.«

NB. Ist der Onkel aus Havelberg einigermaßen mit dem Gymnasialdirektor bekannt, so fügt man hinzu:

»Er läßt auch schönstens grüßen, und wenn sein Aufenthalt nicht gar zu kurz wäre, würde er sich die Ehre geben.«

Bei Samuel Heinzerling waren diese Onkel-Entschuldigungen stets von augenblicklicher Wirkung.

»Non, es äst goot«, sagte er befriedigt lächelnd. Nur wenn ich in der Zerstreutheit die frohe Botschaft von der Ankunft meines Onkels aus Havelberg an zwei aufeinander folgenden Tagen zum besten gab, wagte er die überraschte Bemerkung:

»Schon wäder? Ähr Onkel scheint aber auch recht väl zo reisen!«

Ich erkannte sofort meinen Irrtum, sagte jedoch so unbefangen als möglich:

»O ja, Gott sei Dank, er ist noch recht rüstig.«

Es versteht sich von selbst, daß unter Umständen auch Tanten in gleicher Richtung verbraucht werden können. Hier empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit eine Kindtaufe zu erfinden oder aber, falls man die Anwendung unvermählter Tanten vorzieht, hysterische Krämpfe in Ansatz zu bringen.

Wenn ich die verwandtschaftlichen Beziehungen hinlänglich in Kontribution gesetzt hatte, griff ich in das Kapitel gewisser häuslicher Vorkommnisse und beantwortete die Frage des Direktors: »Warum kommen Sie zu spät?« mit der schlagenden Bemerkung: