»Du bist aufrichtig.«
»Ich bitte Eure Majestät, mich nicht mißzuverstehen. Aber Ihre angeborene Herzensgüte, Ihre Friedensliebe …«
»Schon recht,« murmelte Jérôme, »spare deine Beredsamkeit! Ich glaube selbst, der Streich wäre als erster Schritt zur Emancipation ein wenig verwegen … Aber weißt du nichts Besseres?«
In diesem Augenblick trat ein Kammerjäger in das Gemach und meldete in tiefster Devotion:
»Der pariser Courier!«
Instinctiv fuhr der König von seinem Sessel auf. Es hätte wenig gefehlt und er wäre selbst in das Vorzimmer geeilt, um die Briefschaften in Empfang zu nehmen. Er besann sich jedoch noch zur rechten Zeit und setzte sich wieder, während Pigault-Lebrun von dannen eilte, um nach einigen Secunden mit einer schweren Fuhre von Papieren zurückzukehren.
»Da wir nichts Wichtigeres zu thun haben,« sagte Jérôme mit schlecht erkünstelter Gleichgiltigkeit, »so kannst du die Geschichte einmal durchsehen und mir das Amüsanteste vorlesen.«
Pigault setzte sich und begann seine Musterung.
»Depesche des Cultusministeriums …«
»Weg damit!«