»Zu Befehl, Sire. Fragen Sie!«
»Du weißt,« fuhr der König fort, »daß ich trotz aller Herrlichkeit nur der elende Sclave meines Bruders bin …«
»O, Sire …«
»Aber, ich gestehe dir's offen … ich fange nachgerade an, des Possenspiels müde zu werden. Es ist weit gekommen, wenn dieser … dieser Tyrann sich erlauben darf, in meine Privatverhältnisse einzugreifen … Ich bin fest entschlossen, bei der ersten Gelegenheit ein eclatantes Exempel zu statuiren … Willst du mich dabei unterstützen?«
»Ich stehe jederzeit zu Eurer Majestät Verfügung,« lautete Pigaults diplomatische Antwort.
»Was hieltest du zum Beispiel davon, wenn ich den Prinzen von Paderborn kurzer Hand zum Teufel jagte? Der Kerl ennuyirt mich so wie so mit seinem Geschwätz von Kirchenverfassung und Clerus mehr als ich sagen kann, und die Geschichte würde stark nach Unabhängigkeit schmecken!«
»Aber die Folgen?«
Der König warf sich trotzig in die Brust.
»Pah,« entgegnete er, »der Kaiser wird sich fügen, wenn er sieht, daß ich standhaft bin. Was kann er machen?«
»Sire,« sagte Pigault in bedächtigem Tone, »ich glaube, Sie täuschen sich selbst … Sie wissen nur zu gut, daß Napoleon nicht mit sich spaßen läßt, und was Ihre eigene Standhaftigkeit anbetrifft, so verzeihen Sie, wenn ich keine allzuhohe Meinung davon habe …«