»Pigault,« sagte er endlich, »seien wir aufrichtig! Was hältst du von meinem Verhältnis zu meinem kaiserlichen Bruder?«
»Die Frage ist schwer zu beantworten, Sire,« erwiderte der Bibliothekar.
»Keine Phrasen, mein Freund … Laß jetzt einmal das langweilige Geschwätz von Sire und Majestät und steh' mir ordentlich Rede … Siehst du, wie ich da so hinausschaute in das herrliche Land, das ich mein nennen könnte, wenn nicht … wenn … wenn es eben mein wäre …«
»Ich verstehe Sie nicht; sind Sie nicht König?«
Ein bitteres Lächeln spielte um Jérôme's Lippen.
»König!« wiederholte er höhnisch; »ja, König, wie der König im Schachspiel, eine Puppe, die durch die erste, beste Laune einer höhern Potenz matt gesetzt werden kann.«
»Wie meinen Sie das, Sire?« stotterte Pigault-Lebrun.
Jérôme machte eine Bewegung des Mißbehagens.
»Pigault,« sagte er, »ich bitte dich, stell' dich nicht dümmer als du bist. Du willst mich schonen. Du fürchtest meine Eitelkeit zu verletzen. Das lass' ich gelten, wenn wir im Kreise unserer Höflinge sind. Hier aber ist die Maske Luxus. Ich fordere deine Meinung, und zwar ohne Rückhalt, verstehst du?«