»Es läßt sich halt nicht gegen den Strom schwimmen! Dein Sprüchwort: ›Wurst wider Wurst‹ mag für unsere hessischen Bauern passen, aber nicht für die Familie Bonaparte.«

Sprach's, ging hin, und blieb ein gehorsamer Bruder.


Die Feuerspritze.

Erstes Kapitel.

Das Städtchen Clatou, einige Meilen von St. Quentin gelegen, erfreute sich unter dem milden Scepter seines Bürgermeister seit undenklichen Zeiten eines blühenden Wohlstandes und einer Höhe der geistigen Cultur, um die es von der Gemeinde Ulrichstein im hessischen Vogelsberge ohnstreitig glühend beneidet worden wäre, wenn sich der Ruf von seiner Existenz überhaupt bis über die Grenzen des Departements verbreitet hätte. Aber die Clatounesen waren von der Giltigkeit jener altgriechischen These, die den Ruhm für eitel Wind erklärt, so aufrichtig überzeugt, daß sie in keiner Weise nach irdischem Glanze haschten, sondern schlicht und recht in den Tag hinein lebten; wiewohl ihre Verhältnisse ihnen reichlich gestattet hätten, alle vier Wochen eine lobende Erwähnung im »Figaro« zu bezahlen. Still und zurückgezogen pflagen sie ihrer Privatangelegenheiten und kümmerten sich weder um die aufregenden Dispute des Pariser Corps Législatif, noch um die politischen Schachzüge Beust's und Bismarck's. Der Name Jules Favre's war kaum jemals über die Lippen eines Clatounesen gekommen, und von der Neugestaltung Deutschlands hatte nur Herr Clamard, der Maire, eine chaotisch dämmernde Vorstellung. Kurz, Clatou, das weise und gerechte Städtchen unweit von St. Quentin, trug keine Schuld an dem schändlichen Friedensbruch, den Frankreich so theuer bezahlen sollte …