Leider hatte der Unterpräfect eine Nichte der Schwägerin des angeheirateten Onkels des Bürgermeister zur Frau.
Die Petition wurde zurückgewiesen.
Man wandte sich nun mit einer neuen Beschwerde an den Präfecten.
Leider war der Präfect ein Duzbruder des Unterpräfecten.
So machten denn die Gressineter abermals Fiasco.
Das journalistische Organ der jungen Gemeinde führte indeß nicht umsonst den Titel: ›Der unverzagte Streiter‹! Die wackern Bürger ließen sich durch das mehrmalige Fehlschlagen ihrer Hoffnungen nicht abschrecken.
Es war seit einiger Zeit das dunkle Gerücht nach Gressinet gedrungen, Napoleon III. und sein Gouvernement seien liberal geworden.
Die Gressineter wußten zwar nicht genau, was sie sich unter diesem ›Liberalismus‹ zu denken hatten, aber eine instinctive Ahnung sagte ihnen, Liberalismus sei etwas Ähnliches wie Liberalität; und da überdies Jules Pierrot versicherte, in Paris sei jeder anständige Mensch liberal und der Kaiser folge nur dem Gebote der öffentlichen Meinung, wenn er sich gleichfalls zum Liberalismus bekehrt habe, so beschloß man, die Sache bis aufs Äußerste zu treiben und in Angelegenheiten der Feuerspritze eine Adresse an Se. Excellenz den Minister des Innern aufzusetzen.
Am 14. Juli 1870 ging also ein recommandirtes Sendschreiben nach Paris ab. Nachschriftlich war dem Document die Bitte um recht baldige Erledigung beigefügt, da es ja leicht einmal in Gressinet brennen könne, und die Bürgerschaft alsdann in die größte Verlegenheit gerathen würde, wenn keine Spritze zur Hand sei.