»Ohnstreitig!« rief Croquepeu begeistert, während er das volle Glas zum Mund führte.
»Wenn's die beiden Herrn sagen, dann muß es wohl wahr sein,« versetzte Goguenard nachdenklich …
»Nun, sehen Sie wohl: wie's im Krieg ist, so ist es auch mit der Liebe. Amor fragt nicht lange, ob sein Gegenstand diesseits oder jenseits der Gemarkung wohnt. Kurz und gut, Marion ist meine Braut …«
»Aber ihr Vormund?« fragte Goguenard mit hochgezogener Braue.
»Das ist's eben!« erwiderte Jules. »Just mit Rücksicht auf den Herrn Maire habe ich diese Gelegenheit benutzt, um Sie in mein Geheimniß einzuweihen …«
»Wie so?«
»Hören Sie mich an. Ich schleiche mich jeden Mittwoch und jeden Sonnabend als Fuhrknecht verkleidet nach der Mairie und verplaudere ein Stündchen mit meiner Herzallerliebsten. Der Alte ist dann nicht zu Hause, und Marion weiß es stets so einzurichten, daß mir auch im Treppenbau niemand begegnet. Von ihrem Fenster aus kann man den Hinterhof überblicken. Wenn ich mich bis jetzt gehütet habe, hinauszugaffen, so geschah dies aus leicht begreiflicher Vorsicht. Jetzt, da ich weiß, welche Interessen auf dem Spiele stehen, werde ich die Sache riskiren und die Verhältnisse auskundschaften. Die Feuerspritze von Gressinet wird gerettet werden, und Sie, Meister Goguenard, sollen die Lorbeeren des glorreichen Unternehmens unverkürzt einheimsen.«
»Mit Vergnügen! Ich bin zu allem bereit. Gressinet geht mir über Leib und Leben.«
»O, es ist keine Gefahr vorhanden,« fuhr Jules fort. »Wenn Sie sich an die Spitze von vier, fünf geriebenen Burschen stellen, so wird es Ihnen ein Leichtes sein, die Angelegenheit zum gewünschten Ziele zu führen. Ich meinestheils verzichte auf jeden Ruhm. Sie, lieber Goguenard, Sie allein werden den Gressinetern das geraubte Kleinod zurückerobert haben.«
»Das läßt sich hören. Sie sind in der That ein großmüthiger Charakter, Herr Jules.«