»Da ich nun das Ziel meiner Wünsche auf dem gewöhnlichen Weg nicht erreichen kann, da eine friedliche Vereinbarung nicht möglich ist –«

»So machen Sie's wie der Kaiser und erklären den Krieg!«

»So ist's! Ich werde Marion entführen.«

»Alle Wetter!«

»Ja, würdiger Weinverzapfer! Ich bin nicht gesonnen, demüthig den Nacken zu beugen und zu entsagen, wo der Kampf mir die Krone verschaffen kann. Marion hat bereits eine Ahnung von meinem Vorhaben … Ich zweifle nicht, daß sie mir folgen wird, – folgen – folgen – bis an das Ende der Welt.«

Jules Pierrot streckte den rechten Arm aus, um anzudeuten, wie unendlich weit Marion ihm folgen würde. Goguenard nickte bedächtig mit dem röthlich schillernden Haupte, während Croquepeu von neuem das Glas zum Mund führte.

»Und was kann ich bei dieser Angelegenheit thun?« fragte der Weinwirth nach einer Pause.

»Hören Sie weiter,« versetzte Jules. »Ich werde also Marion aus dem Kerker der Mairie mit Gewalt befreien, und zwar in derselben Nacht, in welcher Sie, an der Spitze Ihrer Getreuen, die Feuerspritze erobern …«

»Und da soll ich das Mädel wohl auf die Spritze setzen?« fragte Goguenard im Ton eines Mannes, dem eine bedeutsame Idee aufdämmert.

»Unsinn! Marion wird mit der Expedition, die Sie commandiren, nicht in die mindeste Berührung kommen. Ich besorge die Entführung meiner Geliebten auf eigene Faust. Nein! Sie sollen dem reizenden Kind ein Versteck gewähren. Ihre Frau ist klug und verschwiegen; es wird ihr ein Leichtes sein, die Kleine so lange zu verbergen, bis der Bürgermeister seine Einwilligung gegeben hat. Ist Marion erst in Sicherheit, dann werde ich Herrn Clamard schon auftrumpfen. Das Spiel ist dann so gut wie gewonnen.«