»Nichts für ungut, Herr Justizrath, aber wenn Sie heute ausnahmsweise für den speciellen Fall einmal freundlichst gestatten wollten, ein wenig früher aufzuhören, so hätte ich heute nämlich einmal gerade ausnahmsweise Besuch, indem meiner Schwester Sohn aus Hirzenheim zufällig gestern Abend hier eingetroffen ist und nur bis morgen da bleibt, wegen des Schweinemarktes, und sonst könnt' ich ja auch die Klage da heut' Nachmittag fertig schreiben, wenn Sie freundlichst erlauben.«

»Meinetwegen! Machen Sie, daß Sie fortkommen!«

Trendler zieht die Schreibärmel aus, packt ein, hängt den Kittel an den Nagel und wirft sich in Rock und Paletot.

»Wenn Sie sonst noch was zu befehlen haben, Herr Justizrath,« sagt er, den Hut in der linken Hand, den Stock in der rechten.

»Nein, nein, nein! Lassen Sie mich nur jetzt ungeschoren, ich bin beschäftigt!«

»So wünsch' ich recht guten Appetit, und bedanke mich! Herr Justizrath, auf Wiedersehn!«

Er verschwindet mit devotem Bückling. Nach anderthalb Minuten erscheint er von Neuem.

»Um Vergebung, ich hatte den Schlüssel stecken lassen. Sie wissen ja, Herr Justizrath, – es ist von wegen Ihren werthen Herren Neffen. Nichts für ungut, und somit empfehl' ich mich!«

»Einfältiger Schwätzer, geh' zum Teufel!« brummt der alte Herr im Tone des höchsten Verdrusses. Trendler aber geht zu seiner Schwester Sohn, der ihn im »Adler« beim Bier erwartet.

Seitdem habe ich manchen Trendler bei der Arbeit gesehn, – und stets mußte ich des Schreibers meines guten Onkels gedenken. …