In dieser Gesellschaft befand sich ein junger Mann, der sardinische Uniform trug, in Spaa für einen Hauptmann galt und großen Aufwand machte. Er schlug nach dem Abendessen ein Spiel vor, und Philipp, in der Hoffnung, ein bedeutendes Reisegeld sich zu machen, wußte bald seine Gäste für den Vorschlag des Sardiniers zu gewinnen.
Man looste, wer die Bank halten sollte! das Loos traf den Sardinier. Um hohe Summen wurde gespielt, und Lips Tullian war vom Glücke so verlassen, daß er, als der Sardinier am lichten Morgen die letzte Taille abgezogen hatte, nicht mehr ein Goldstück besaß, ja sogar den größten Theil seiner Pretiosen zur Bezahlung seiner Spielschuld hingeben mußte.
An dem Sardinier hatte Lips Tullian seinen Meister gefunden.
XXIII.
Eine neue Bekanntschaft und deren üble Folgen.
Welch tollkühn Wagstück! — Mitten durch den Feind.
Th. Körner.
Ohne Reisewagen, ohne Dienerschaft, nur noch im Besitze weniger Kostbarkeiten, da sein zu verschwenderischer Aufwand in Spaa und jene Spielnacht zu viel gekostet hatten, kam er mit Marianen in einer Lohnkutsche zu Leipzig an und warf sich hier gleich wieder in die Rolle des Bandkrämers.
Es mußte Geld und auch Nachricht von dem gegenwärtigen Aufenthalte der Unteranführer seiner Bande herbeigeschafft werden. Mariane wanderte wieder mit ihrem Bandkasten fort, und Philipp versuchte, Geschäfte zu machen.