[Schlußwort.]

Wir sind am Schluß unserer Darlegungen angelangt. Aber es ist kein geschichtlicher Abschluß, kein Wendepunkt, an welchem eine umschriebene Periode zu Ende geht, eine neue in Sicht steht, oder soeben begonnen hat; denn Listers System einer chemischen Wundbehandlung, für welche die Anfänge der Keimlehre die Grundlage darboten, ist zwar von Grund aus umgeändert und verbessert, aber doch nicht als vollendet und fortan unabänderlich anzusehen. Dazu sind weitere neue Gedanken und wissenschaftliche Erfindungen gekommen, deren Tragweite für das Gebiet der Wundarzneikunde noch keineswegs schon nach allen Beziehungen hin feststeht. Demgemäß sehen wir in der deutschen Chirurgie überall eine angespannte Arbeit, ein eifriges Streben, einen nie ermüdenden Fleiß. Das sind keine Zeichen eines Niederganges, sondern der klarste Beweis, daß die jetzt lebenden Chirurgen das Erbe ihrer Vorgänger gut verwalten, daß sie dem gleichen Boden, auf welchem jene tätig waren, im Schweiße ihres Angesichtes immer reichere Erträge zu entlocken sich bemühen. Noch ist fast alles im Fluß; wohin aber die stolze Bewegung in weiteren 50 Jahren geführt haben wird, vermag heute niemand auch nur zu ahnen. Immerhin dürfen wir die Hoffnung hegen, daß der Weg weiter aufwärts führt, selbst wenn unser Vaterland schweren Prüfungen entgegengehen sollte, denen mit Ruhe und Entschlossenheit zu begegnen das deutsche Volk auch in der hohen Entwicklung seiner Chirurgie eine nicht zu verachtende Waffe, besitzt.


[Namenverzeichnis.]

A.

B.

C.